Gründerzeit

Moneten für die Musiker

Jürgen Stüber über die Versuche des Streamingdienstes SoundCloud, Geld zu verdienen

Das Berliner Audio-Streaming-Portal SoundCloud beteiligt Künstler an Werbeerlösen: Seit dem Start des Dienstes OnSoundCloud vor sechs Monaten wurden Tantiemen in Höhe von einer Million US-Dollar (900.000 Euro) an 100 Labels oder Künstler ausgezahlt. Das teilt das Unternehmen auf seinem Firmenblog mit. Rechnerisch sind das durchschnittliche Monatseinnahmen von 1500 Euro pro Künstler.

SoundCloud hatte sein Partnerprogramm vor exakt zwei Jahren präsentiert und damit ein Zeichen gesetzt, wie das mit 175 Millionen monatlichen Nutzern populäre Unternehmen Geld zu verdienen gedenkt. OnSoundcloud ist ein Partnerprogramm, mit dem Künstler ihre Werke teilen und Nutzungsdaten abrufen können. Ihnen stehen größere Daten-Volumen zur Verfügung als normalen Nutzern. SoundCloud bietet das Programm in drei Stufen an: Pro, ProUnlimited und Premier. Eine abgespeckte Basisversion ist kostenfrei. In diesem Jahr soll der Premier-Dienst von SoundCloud in weiteren Ländern ausgerollt werden.

Nutzer eines Pro-Zugangs können für vier Dollar pro Monat (35 Dollar pro Jahr) sechs Stunden hochladen und mit der Spotlight-Funktion ihre fünf beliebtesten Beiträge auf die obersten Plätze ihres Profils setzen. Ferner gibt es Nutzungsstatistiken. Nutzer mit einem ProUnlimited-Account haben für neun Dollar pro Monat unbegrenzte Upload-Möglichkeiten und können zusätzlich auf einen Monitor mit geografischen Nutzungsdaten zugreifen. Premier-Kunden erhalten zunächst nur in den USA die Möglichkeit, an Werbeerlösen zu partizipieren. Diese Accounts gibt es bislang nur auf Einladung durch SoundCloud.

SoundCloud berichtet über einige Erfolgsgeschichten – unter anderem von der des Londoner Chill-out-Produzenten Sizzlebird. Er erreichte mit einem vom Autohersteller Jaguar gesponserten Track 1,3 Millionen Abrufe und verdoppelte damit die Zahl seiner Follower auf SoundCloud. Ob das Angebot OnSoundCloud Neben- oder Hauptverdienst von Künstlern wird, muss sich zeigen. Der Soundtrack-Komponist Oliver Sadie sagt in einem Interview mit dem Unternehmensblog: „Die Einnahmen aus dem Monetarisierungsprogramm (von SoundCloud) übertreffen meine Spotify- und andere Streaming-Einkünfte. Ich werde davon zwar nie meine Miete bezahlen können, aber ich kann meinen Kindern mehr Wünsche erfüllen.“

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