Verbraucher

Kaum noch Gratis-Plastiktüten in Drogeriemärkten

Viele Verbraucher sprechen sich gegen kostenlose Abgabe aus

Kostenlose Plastiktüten verschwinden mehr und mehr aus dem deutschen Einzelhandel. Einige Drogeriemarktketten wollen den Verbrauch von Plastiktüten drosseln, indem sie Geld dafür verlangen oder keine leichten Einwegtüten mehr anbieten. Laut dem Unternehmen Müller mit Sitz in Ulm verzichten die meisten Menschen seitdem auf die Plastiktüten. „85 Prozent der Kunden haben keine Taschen mehr nachgefragt“, sagte Sprecherin Tatjana Meier. Die Handelskette verlangt seit Anfang Februar nun zwischen fünf und 15 Cent für die jahrzehntelang kostenlosen Plastiktüten.

Auch der deutsche Branchenprimus dm will Plastiktüten künftig nicht mehr kostenlos abgeben und so ein Zeichen gegen die Umweltbelastung setzen. Allerdings erstreckt sich die Umstellung bei dm zunächst nicht auf alle Märkte. Die Entscheidung treffe jede Filiale für sich, sagte der Sprecher. Der Beschluss folgt einem Testlauf mit überwiegend positiven Reaktionen.

Die Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky hatte ihre kostenlosen Abreißtüten an der Kasse bereits Ende vergangenen Jahres vom Haken genommen. „Die verwehen leicht und sind ein großes Umweltärgernis“, sagte Sharon Heymann, die bei „Budni“ für die Nachhaltigkeit verantwortlich ist. Die Kunden hätten das gut angenommen.

Die Firma Rossmann aus dem niedersächsischen Burgwedel verzichtet nur stellenweise auf Gratistüten. „Wir testen gerade in Filialen in Stuttgart, ob die Kunden rebellieren“, berichtet Sprecher Stephan-Thomas Klose. „Bisher scheint der Aufstand ausgeblieben zu sein.“

In einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 45 Prozent der Befragten an, dass sie es befürworten würden, wenn Plastiktüten in allen Geschäften etwas kosten würden, 26 Prozent sagten, dies „eher“ zu befürworten.