Siemens will noch in diesem Jahr auf kleinen Straßenabschnitten in Berlin und in Dubai in Pilotprojekten ein Radarsensorsystem testen, um schnell freie Parkbuchten aufzuspüren.
Die Versuchsstraßen sind die Referenzprojekte für erhoffte Großaufträge. Während Siemens-Wettbewerber in Los Angeles, San Francisco oder London mit Tausenden von Bodensensoren arbeiten, um freie Plätze herauszufiltern, setzen die Deutschen auf den Blick von oben.
Dazu wird ein Kasten, etwa halb so groß wie ein Schuhkarton, mit Radarsensoren an Straßenlaternen oder Hausfassaden angebracht. Aus rund zehn Meter Höhe lassen sich so die Stellplätze von fünf bis sieben Autos sowie der angrenzende Raum überwachen. Praktisch permanent werden Mikrowellen ausgesendet, die reflektiert werden. Die Auflösung der eingesetzten Radarsensoren sei so gering, dass sich kein Fahrzeug oder eine Person im Detail erkennen lasse, behauptet Marcus Zwick, Leiter der Innovationsabteilung für Mobilität, mit Blick auf Datenschutzbedenken. Der Radarchip selbst kommt von Infineon. Das Gesamtsystem sei aber eine Siemens-Entwicklung. Wenn ein Auto die Parklücke unter der Straßenlaterne nutzt, erkennt dies das Radarauge und meldet dies per Mobilfunk an eine Leitstelle. Um eine Stadt mit dem System auszustatten, müsste etwa jede zehnte „Überwachungs-Straßenlaterne“ mit Mobilfunk ausgerüstet werden. Die Autofahrer könnten über eine App oder über ihr Autonavigationssystem zu freien Parkplätzen losten lassen.