Tarifkonflikt

Metaller bekommen 3,4 Prozent mehr Lohn

Gewerkschaft zeigt sich zufrieden. Tarifabschluss strahlt weit über die Branche hinaus

Der erste große Tarifabschluss in diesem Jahr beschert den 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ein Lohnplus von 3,4 Prozent. Nach einem Verhandlungsmarathon von 16 Stunden einigten sich IG Metall und Südwestmetall am frühen Dienstagmorgen in Baden-Württemberg auf einen Pilotabschluss, der den anderen Metall-Tarifbezirken zur Übernahme empfohlen wurde. Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer war prompt bemüht, die Erwartungen der Beschäftigten anderer Branchen zu dämpfen. „Das Ergebnis ist keineswegs auf die ganze Wirtschaft übertragbar“, erklärte Kramer. Auch für 550.000 Chemie-Arbeitnehmer und die Beschäftigten der Länder wird in dieser Woche verhandelt.

Die Tariflöhne der Metall- und Elektrobranche als größtem deutschen Industriezweig werden vom 1. April an bei einer Laufzeit von zwölf Monaten um 3,4 Prozent erhöht. Für Januar bis März dieses Jahres gibt es eine Einmalzahlung von 150 Euro. Werden die 2013 ausgehandelten Prozente bis April eingerechnet, beläuft sich das Lohnplus in diesem Jahr auf 3,6 Prozent. Bei Inflationsprognosen von 0,3 Prozent blieben den Beschäftigten damit rund drei Prozent mehr Geld in der Tasche übrig, erklärte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf. „Das ist mit Abstand das dickste Reallohnplus seit vielen Jahren.“ Die Bundesregierung geht allerdings von einer höheren Teuerung von 0,8 Prozent aus.

Die IG Metall hatte eine Tariferhöhung um 5,5 Prozent ab Januar gefordert. Die Arbeitgeber waren mit einem Angebot von 2,2 Prozent ab März in die Verhandlungen gestartet. IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger zeigte sich mit dem Abschluss zufrieden. „Für einige unserer Mitglieder liegt er auch sicherlich über dem Erträglichen“, sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger.

Der wichtige Metall-Bezirk Nordrhein-Westfalen signalisierte eine Übernahme des Abschlusses. „Wir haben in Grundsätzen eine Übernahme vereinbart“, sagte ein Sprecher der nordrhein-westfälischen IG Metall.