Irreführung

Verbraucherschützer warnen vor stromfressenden Halogenlampen

Verbraucher- und Umweltschützer warnen vor irreführenden Kennzeichnungen bei vermeintlich energiesparenden Halogenlampen.

Viele Hersteller würden ihre Produkte mit dem Zusatz „Eco“ oder „Sparlampe“ bewerben, sagte die Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Bundesverband, Johanna Kardel, am Freitag in Berlin. Im Vergleich zu klassischen Energiesparlampen oder LED-Lampen seien viele Halogenlampen aber oftmals echte Stromfresser.

Der Bundesverband habe sechs Abmahnungen gegen Hersteller von Halogen-Glühlampen ausgesprochen. Betroffen waren die Firmen Osram, der Drogeriemarkt dm, Philips, Hama, real und die Diefra-Light GmbH. Die beanstandeten Lampen wurden mit der Kennzeichnung „Eco“ oder „Sparlampe“ beworben, wiesen jedoch die Energieeffizienzklasse D aus. Die Klasse D ist in einem Kennzeichnungsspektrum von A++ bis E eine gerade noch zugelassene Klasse. Halogenlampen verursachen demnach bis zu 80 Prozent höhere Stromkosten als LED- oder Energiesparlampen. Von den abgemahnten Herstellern haben Osram und Diefra Light GmbH inzwischen Unterlassungserklärungen abgegeben, betonte Kardel. Darin haben die Firmen versprochen, ihre Verpackungen umzustellen und auf die irreführenden Kennzeichnungen zu verzichten.

Das Problem des sogenannten „Greenwashing“, wenn also Unternehmen sich oder ihren Produkten mit umstrittenen Methoden ein umweltfreundliches Image geben wollen, gebe es bei Halogenlampen in ganz Europa, sagte Robert Pörschmann vom Projekt Energieeffizienz beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Der BUND, der Bundesverband der Verbraucherzentralen sowie die Stiftung Warentest empfehlen Verbrauchern, zunehmend auf LED-Lampen umzusteigen. Diese seien energiesparend und mittlerweile vielseitiger geworden, sagte Peter Schick, Projektleiter bei Stiftung Warentest. Die klassischen Energiesparlampen, im Fachjargon Leuchtstoffkompaktröhren genannt, waren bei Verbrauchern offenbar nie so richtig beliebt gewesen, sagte Schick. Gründe seien etwa das „kalte“ Licht oder auch die Anfälligkeit bei häufigem An- und Ausschalten gewesen. Seit einigen Jahren würden Verbraucher deshalb statt zu Energiesparlampen vermehrt zu Halogen-Glühlampen oder LED-Lampen greifen.