Konkurrenz

Bahn will ihr eigenes Fernbus-Angebot verdoppeln

Lange Zeit hat die Deutsche Bahn die Billigkonkurrenz der Fernbusse unterschätzt, nun bläst sie zum Gegenangriff: Wie das „Handelsblatt“ berichtete, will der Staatskonzern seine eigenen Fernbus-Angebote ausbauen und deren Marktanteil von derzeit gerade einmal neun Prozent in den nächsten Jahren „mindestens verdoppeln“.

Bahn-Vorstand Ulrich Homburg stellt am Montag offiziell eine neue Strategie für die Busflotte des Konzerns vor.

Die Deutsche Bahn ist mit zwei Fernbus-Anbietern auch auf der Straße unterwegs: mit dem BerlinLinienBus und mit dem rot-weiß lackierten IC Bus. Der IC Bus nennt sich „der kleine Bruder der Bahn“ und erkennt die BahnCard an. Beide Linien bieten auf innerdeutschen Strecken Billigtickets für neun Euro an. Doch der Marktanteil ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts Iges mit neun Prozent gering.

Durch die Konkurrenz der Fernbusse und den auf diesem Markt entfachten Preiskampf sind der Bahn im vergangenen Jahr 120 Millionen Euro an Umsatz entgangen. Um sich nicht weiter Kunden abjagen zu lassen, hatte Konzernchef Rüdiger Grube im Januar eine Offensive gegen die Konkurrenz auf der Straße angekündigt: Nach der Strategie für die Busflotte am Montag legt die Bahn Mitte März ein Konzept für den Fernverkehr vor. Den „Handelsblatt“-Bericht kommentierte die Bahn nicht.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte den Konzern zu mehr Engagement im Wettbewerb mit den Fernbussen auf. „Ich kann der Bahn nur raten, sich diesem Wettbewerb aktiv zu stellen und eigene Fernbuslinien weiter auszubauen“, sagte Dobrindt laut Vorabbericht dem „Focus“. Auch in ihren Fernzügen müsse die Bahn auf die Konkurrenz reagieren. Dobrindt forderte erneut einen kostenfreien Internetzugang in allen Zügen. Darüber hinaus forderte er neue Programme zur Kundenbindung.