Preisanstieg

Verbraucher müssen für Benzin und Heizöl wieder mehr zahlen

Die schönen Zeiten für die Autofahrer sind schon wieder vorbei.

Mitte Januar waren die Benzin- und Heizölpreise auf den Stand von 2009 zurückgefallen. Ein Liter Superbenzin kostete zeitweise kaum mehr als 1,20 Euro, Diesel unter 1,10 Euro je Liter. Seit Anfang Februar sind die Preise wieder gestiegen. Für Superbenzin E10 müssen die Autofahrer wieder mehr als 1,30 Euro bezahlen, und Dieselkraftstoff liegt im bundesweiten Durchschnitt bei 1,20 Euro je Liter.

Ähnlich sieht es beim Heizöl aus. Von ihrem Tiefststand von 53 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. Mehrwertsteuer) vor vier Wochen gingen die Heizölpreise wieder rauf auf 65 Euro. Das sind allerdings immer noch 16 Euro weniger als vor einem Jahr.

Die beiden wichtigsten Faktoren, die in Deutschland die Endpreise für Ölprodukte bestimmen, entwickelten sich zuletzt gegen die Verbraucher. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent erholte sich von seinem Tief bei 46 Dollar je Barrel (159 Liter) und strebt gegenwärtig gegen 62 Dollar. Der Preisanstieg liegt bei mehr als 30 Prozent. Gleichzeitig schwächelt schon seit Längerem der Euro. Inzwischen ist er nur noch 1,14 Dollar wert. Vor einem halben Jahr waren es noch 1,35 Dollar. Der schwache Euro macht das in Dollar gehandelte Rohöl ebenfalls teurer.

Im vergangenen Jahr hat Deutschland vom Preisverfall beim Rohöl kräftig profitiert. Bei leicht rückläufigen Importen von 89,3 Millionen Tonnen (minus 1,4 Prozent) verringerte sich die Ölrechnung um 5,8 Milliarden auf 49,6 Milliarden Euro. Das heißt: Wirtschaft und Verbraucher wurden um fast sechs Milliarden Euro entlastet.

Die spannende Frage lautet nun: Wie geht es weiter? Die Expertenwelt zeigte sich selten so verunsichert und unklar in ihren Prognosen wie in diesen Tagen. Bankanalysten, Wirtschaftsforscher und Akteure auf den Märkten sehen sowohl Gründe für steigende wie auch für fallende Preise in diesem und den nächsten Jahren. Gut möglich scheint auch ein anhaltender Seitwärtstrend in den kommenden Monaten.