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Keine Steuern auf Kapitalerträge

Bescheinigung Für Steuerzahler mit geringen Einkünften lohnt es sich in einigen Fällen, eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung zu beantragen. Wer diese seiner Bank vorlegt, erhält seine Kapitalerträge in voller Höhe – eine Abgeltungsteuer wird nicht einbehalten.

Bedingungen Die NV-Bescheinigung gibt es nur in speziellen Fällen. Die Vergabe ist im Wesentlichen an zwei Bedingungen geknüpft: Beantragen können das Formular nur Steuerzahler, die nicht verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben und deren Einkünfte die steuerlichen Freibeträge nicht überschreiten. Bei Alleinstehenden liegen diese bei insgesamt 9191 Euro. Der Betrag setzt sich zusammen aus dem Grundfreibetrag (8354 Euro), dem Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 Euro) sowie dem Sparerpauschbetrag (801 Euro).

Vorlegen Eine NV-Bescheinigung beantragen Steuerzahler bei ihrem Finanzamt und legen das Formular bei ihren Kreditinstituten vor. Die Banken ziehen dann von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen keine Abgeltungsteuer ein. „Eine solche Bescheinigung sollten nur Steuerzahler beantragen, deren Kapitalerträge den Sparerpauschbetrag übersteigen“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Denn bis zur Höhe von 801 Euro (Alleinstehende) oder 1602 Euro (Verheiratete) bleiben Kapitalerträge ohnehin steuerfrei. Einzige Bedingung: Die Freistellungsaufträge müssen richtig gestellt sein.

Geltungsdauer Die NV-Bescheinigung gilt in der Regel drei Jahre. Treffen die Voraussetzungen für die NV-Bescheinigung nicht mehr zu, müssen Steuerzahler diese zurückgeben. Darauf zu setzen, dies bliebe unbemerkt, funktioniert nicht. Das Bundeszentralamt für Steuern ist auch über Kapitalerträge informiert, die die Kreditinstitute aufgrund einer NV-Bescheinigung steuerfrei ausgezahlt haben.