Urteil

Gericht stoppt in Berlin Mietwagen-Modell von Uber

Der Fahrdienst Uber darf vorerst in Berlin einen Teil seines Geschäfts nicht weiterbetreiben.

Das Landgericht Berlin untersagte es dem Unternehmen, in der deutschen Hauptstadt Fahrgäste über das Internet an Mietwagen mit Fahrer zu vermitteln, wie die Gerichtspressestelle am Dienstag mitteilte. Das entsprechende Programm (App) für Mobiltelefone dürfe Uber nicht mehr einsetzen. Das Gericht gab damit der Klage eines Berliner Taxifahrers recht. Er hielt das Uber-Geschäftsmodell mit Mietwagen für wettbewerbswidrig. Uber sorge bei den Mietwagenunternehmen dafür, dass die Fahrer sich bei größeren Veranstaltungen in deren Nähe aufhielten, hieß es. Das sei ein Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die schriftliche Begründung lag am Dienstag noch nicht vor.

Daneben macht der Fahrdienst erneut mit einer Datenschutz-Panne von sich reden. Ein kleiner Teil der Fundbüro-Datenbank der US-Firma war zeitweise öffentlich im Internet zugänglich. Darin waren Gegenstände aufgelistet, die Fahrgäste in Uber-Autos vergessen hatten – aber auch Namen und Telefonnummern der Nutzer. Das US-Magazin „Vice“ stieß zuerst auf die Webseite. „Vice“ zufolge waren dort mehr als 150 verlorene Gegenstände aufgelistet. Viele der Betroffenen hätten Telefonnummern mit einer Vorwahl in Kalifornien angegeben. Die Seite ist nicht mehr erreichbar.

Ein Firmensprecher entschuldigte sich in der „Süddeutschen Zeitung“: „Uber bedauert, dass eine Übersicht mit verlorenen Gegenständen versehentlich vorübergehend öffentlich zugänglich gewesen ist.“ Das Unternehmen prüfe derzeit, wie es dazu gekommen sei. Uber hatte vor kurzem für Entrüstung gesorgt, als ein ranghoher Manager öffentlich mit der Idee spielte, kritische Journalisten auszuforschen, um auf sie Druck auszuüben.