Umstrukturierung

Bei Siemens droht der nächste Stellenabbau

Das waren noch Zeiten, als Siemens kontinuierlich auch bei den Mitarbeiterzahlen zulegte.

Im Jahr 2005 zählte der Elektrokonzern noch weltweit 460.000 Beschäftigte. Inzwischen sind es 120.000 weniger. In einer neuen Streichrunde könnten jetzt weitere gut 7000 Stellen wegfallen. Der seit Herbst 2013 amtierende Vorstandschef Joe Kaeser will mit dem Programm „Vision 2020“ eine Neuausrichtung des Konzerns samt neuer Struktur erreichen. Vom Umbau sind 11.600 Menschen in der Verwaltung betroffen, deren Zuordnung, Arbeitsplatz oder Aufgabengebiet sich ändert oder schlicht wegfällt. Doch nicht jeder Büroangestellte lässt sich zum Techniker oder Verkäufer umschulen.

Jetzt berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg aus den laufenden Gesprächen mit dem Wirtschaftsausschuss, es würden weltweit 7400 Stellen gestrichen. In Deutschland stünden dabei rund 3300 Arbeitsplätze vor dem Aus. Siemens wollte sich zu den neuen Abbauzahlen nicht äußern. Eigentlich wollte der Konzern verhindern, dass eine Zahl vorher durchsickert. Selbst die in dem Konzern starke Gewerkschaft IG Metall wollte sich an ein Stillhalteabkommen halten. Offiziell informiert werden die örtlichen Betriebsräte und Mitarbeiter erst an diesem Freitag.

Dann soll je nach Standort oder Aktivität publik werden, wo gestrichen wird. Dabei sind die Einschnitte im Ausland leichter umzusetzen, weil es dort kein Kündigungsschutzprogramm gibt. Das hat der Betriebsrat für die deutschen Standorte noch unter der Ära von Ex-Siemens-Chef Peter Löscher ausgehandelt.

Dabei drohen Siemens aber nicht nur Einschnitte durch die Umorganisation, sondern auch durch schleppende Geschäfte. So sickerte bereits durch, dass im Energiesektor sowie im Post- und Logistikbereich deutschlandweit etwa 1200 Stellen gestrichen werden sollen. Womöglich kommt es zu einem weiteren konjunkturbedingten Abbau von Stellen, heißt es.