Systemgastronomie

Ungewissheit für 89 Burger-King-Filialen

Filialbetreiber zieht Insolvenzantrag zurück und will wieder öffnen

Wochenlang war es ruhig um die Fast-Food-Kette Burger King. Nun überschlagen sich wieder die Ereignisse rund um den umstrittenen Franchisenehmer Yi-Ko Holding. Dessen Betreibergesellschaft Burger King Deutschland GmbH, zu der 89 Filialen mit insgesamt 3000 Mitarbeitern in Süd- und Westdeutschland gehören, hat ihren Mitte Dezember gestellten Insolvenzantrag zurückgenommen. Nun ist die Zukunft der Restaurants ungewiss. Juristen jedenfalls prüfen derzeit, ob die Filialen in Kürze wieder schließen müssen.

Denn nach der Aufhebung des vorläufigen Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Stade ist umstritten, ob Yi-Ko überhaupt eine Lizenz besitzt, um die Burger-King-Filialen weiter zu betreiben. Schließlich hatte die Deutschland-Zentrale der amerikanischen Fast-Food-Kette die Verträge mit Yi-Ko wegen Hygienemängeln und anhaltenden Verstößen gegen das Arbeitsrecht vor fast drei Monaten gekündigt.

Erst im Insolvenzverfahren gab es eine neue Lizenz für die Nutzung der Markenrechte – allerdings nur für den Insolvenzverwalter. Weil der nun aber ausgeschieden ist, könnte auch die erteilte Lizenz hinfällig sein.

Der russische Investor Alexander Kolobov, dem die 89 betroffenen Filialen gehören, dürfte darauf spekulieren, dass Burger King die Läden aus Angst vor einem neuerlichen Imageschaden nicht noch einmal schließen lässt. „Wir gehen davon aus, dass keiner Interesse daran hat, die Arbeitsplätze zu riskieren“, sagt der von Kolobov eingesetzte Sanierungsexperte Ingo Voigt. Der Konzern allerdings hat bislang stets ausgeschlossen, mit Yi-Ko und der Burger King Deutschland GmbH weiterzuarbeiten. Darauf deutet auch das Statement zu den aktuellen Entwicklungen hin. „Unser Ziel ist es weiterhin, die Restaurants in eine neue Eigentümer- und Managementstruktur zu überführen und die Einhaltung unserer hohen Standards sicherzustellen“, sagt ein Sprecher. Bleiben die Läden unter Führung von Kolobov nun weiter geöffnet, macht sich das Unternehmen also unglaubwürdig.

Kolobov indes wirbt um Vertrauen. „Mir ist bewusst, dass in der Vergangenheit schwere Fehler gemacht wurden und dass unsere Mitarbeiter eine sehr belastende Zeit durchlebt haben“, erklärte er in einer Stellungnahme. Als alleiniger Eigentümer der Betreibergesellschaft für die 89 Filialen – Kolobov hatte seinen bisherigen Kompagnon Ergün Yildiz geschasst – wolle er nun die volle Verantwortung übernehmen und für faire Arbeitsbedingungen und ein System zur Qualitätssicherung sorgen.

„Wir werden die Burger King GmbH zu einem nachhaltig attraktiven Arbeitgeber machen, der mit Fairness, Chancen und langfristiger Arbeitsplatzsicherheit assoziiert wird.“ Hinter den Kulissen laufen nun Verhandlungen. Und das Ergebnis ist offen. „Ein einfaches ‚Weiter so’ kann es nicht geben“, heißt es aus dem Umfeld von Burger King.