Verbraucher

Versicherungen: Altersvorsorge stärker fördern

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die Versicherer mit dem Wunsch abblitzen lassen, finanzielle Spielräume zur Unterstützung des Vorsorgesparens für das Alter zu nutzen.

Generell sei dieser Spielraum angesichts des gebotenen Abbaus der Staatsverschuldung „geringer, als sie wünschen, weil die Summe der Wünsche ist furchtbar groß“, sagte Schäuble am Montag bei einem Neujahresempfang des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Wir werden alle Spielräume, die wir haben, zur Verstärkung der Investitionen nutzen“, kündigte er an. Darüber sei sich die Regierung einig.

Der Präsident des Versicherungsverbandes, Alexander Erdland, ist besorgt über die Folgen der Niedrigzinsphase für die Altersvorsorge. Die Lücke in diesem Bereich bei vielen Bürgern werde größer. Bei einem Zinsrückgang um ein Prozent müssten die Menschen durchschnittlich 15 Prozent mehr sparen, um im Alter auf das gleiche Vorsorgeniveau zu kommen. Die Politik könnte helfen, diesen Effekt zu mildern, etwa durch die Anhebung der Zulagen für das private Sparen zur Altersvorsorge, durch höhere Freibeträge oder eine höhere Riester-Förderung.

Erdland kritisierte die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Ankündigung, über Anleihen-Käufe noch weiteres Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Das Ziel von mehr Wachstum und einer höheren Inflation lasse sich damit nach seiner Auffassung nicht nachhaltig erreichen – „ganz im Gegenteil“. Eine derartige „Weichwährungspolitik“ könne die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Europas beeinträchtigen. Die niedrigen Zinsen machen die lange Zeit in Deutschland sehr beliebten Lebensversicherungen unattraktiver.

Die Ausgaben für die staatliche Förderung der Riester-Rente werden nach Angaben der Bundesregierung bis 2019 voraussichtlich um rund 920 Millionen Euro steigen. Nach 2,41 Milliarden Euro 2014 rechne der Arbeitskreis Steuerschätzung für 2019 mit Aufwendungen zur Finanzierung der Zulagen von 3,3 Milliarden Euro.