Versicherungen

Krankenkassen rechnen mit Verdopplung der Zusatzbeiträge

Die Ersatzkassen rechnen für die kommenden Jahre mit stetig steigenden Beitragssätzen in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe seit 2014 wieder auseinander, erklärte der Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Christian Zahn. Hinzu kämen die finanziellen Belastungen aus den geplanten Reformpaketen wie die Verbesserung der ärztlichen Versorgung auf dem Land, der Krankenhausreform oder dem Präventionsgesetz, betonte Zahn.

Wenn nichts passiere, werde der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz von derzeit 0,9 auf rund 1,7 Prozent im Jahre 2018 steigen. „Da der Arbeitgeberbeitragssatz eingefroren ist, gehen diese Kostenschübe voll zulasten der Versicherten“, kritisierte der Verbandsvorsitzende. Seit Jahresbeginn setzt sich der Beitragssatz aus einem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent, der zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen wird, und einem Zusatzbeitrag zusammen, der allein von den Arbeitnehmern bezahlt wird. Die Politik müsse für eine gerechte und verlässliche Finanzierung der Reformpakete sorgen, fordert Zahn.

Zugleich schlug der Ersatzkassen-Verband vor, zur Finanzierung der anstehenden Reformkosten einen Teil der vorhandenen Finanzreserven aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen auszuschütten. „Solange der Arbeitgeberbeitragssatz eingefroren ist, ist dies ein Muss, um die Versicherten nicht zu stark zu belasten“, erklärte Zahn. Zu diesem Zweck solle die gesetzliche Liquiditätsreserve im Fonds auf etwa 35 Prozent einer Monatsausgabe begrenzt werden, das sind umgerechnet sechs Milliarden Euro, fordert der Verband. Der restliche Überschuss in Höhe von rund vier Milliarden Euro würde entsprechend den Finanzwirkungen der Gesetze an die jeweiligen Kassen verteilt werden.

( svb )