Arbeitsmarkt

Bundesregierung erwartet Jobrekord und mehr Wachstum

Nach dem robusten Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr erwartet die Bundesregierung auch für 2015 wieder ein kräftiges Konjunkturplus.

Dank positiver Effekte durch den niedrigen Ölpreis und die ungebrochene Konsumlust der Bürger will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nun seine Konjunkturprognose von 1,3 Prozent auf 1,5 Prozent anheben. Dies geht aus dem neuen Jahreswirtschaftsbericht hervor. Er wird an diesem Mittwoch von Gabriel in Berlin vorgestellt. Europas größte Volkswirtschaft war 2014 um 1,5 Prozent gewachsen.

Die Regierung teilt damit den wiedergewonnenen Optimismus führender Wirtschaftsforscher. Noch im Herbst war Gabriel wesentlich skeptischer gewesen. Im Oktober senkte er die Vorhersage für 2015 von 2,0 auf 1,3 Prozent. Die deutsche Wirtschaft zeigt sich aber von außenpolitischen Krisen wie dem Russland-Ukraine-Konflikt und den Sorgen um die Griechenland-Rettung weitgehend unbeeindruckt. Die Bürger konsumieren weiter kräftig, profitieren dabei von den hohen Tarifabschlüssen und der niedrigeren Teuerungsrate.

Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sollen 2015 um weitere 3,2 Prozent stark steigen, die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte um 2,7 Prozent. Die Regierung geht davon aus, dass sich „die Tarifvertragsparteien in diesem Jahr voraussichtlich erneut auf deutliche Lohnsteigerungen einigen“. Diese könnten allerdings etwas weniger stark ausfallen als im Vorjahr, heißt es.

Auf dem Arbeitsmarkt erwartet die Regierung einen weiteren Beschäftigungsrekord. Die Zahl der Erwerbstätigen werde um insgesamt 170 000 auf dann 42,8 Millionen zunehmen. Die registrierte Arbeitslosigkeit dürfte im Jahresdurchschnitt um 40 000 Personen abnehmen, die Arbeitslosenquote auf 6,6 Prozent leicht sinken.