Unternehmen

Guter Börsenstart für Berliner Kabelnetzbetreiber Tele Columbus

Perfekter Start auf dem Börsenparkett.

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat am Freitag ein erfolgreiches Börsendebüt gegeben. Der Kurs der Aktien stieg gleich am ersten Handelstag in Frankfurt um rund 13 Prozent. Die Anteilsscheine waren zu zehn Euro ausgegeben worden, die Erstnotiz lag bei 10,70 Euro, am Nachmittag wurde die Aktie dann für 11,30 Euro gehandelt.

Das Börsenumfeld war für das Unternehmen sehr günstig: Nachdem die Europäische Zentralbank am Donnerstag den Kauf von Staatsanleihen in großem Umfang angekündigt hatte, waren Aktien weltweit stark gefragt, wovon auch der Neuling am Markt profitierte.

Tele Columbus ist der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber, er versorgt 1,7 Millionen Haushalte mit dem Fernsehsignal. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hatte den Ausgabepreis in der Mitte der angepeilten Spanne von acht bis zwölf Euro festgesetzt. Bei zehn Euro war die Nachfrage dann deutlich größer als die angebotenen rund 51 Millionen Aktien. Davon waren 33,3 Millionen neue Papiere aus einer Kapitalerhöhung. Zudem gaben auch Altgesellschafter Aktien ab. An Tele Columbus sind mehrere Londoner Finanzinvestoren beteiligt.

Das Unternehmen wollte bei seinem Börsengang bis zu 367 Millionen Euro einnehmen. Mit dem Geld plant Tele Columbus seine Schuldenlast zu senken und den Ausbau der Kabelnetze zu finanzieren. Kerngebiet des Betreibers ist Ostdeutschland, aber auch in einigen westdeutschen Gegenden ist Tele Columbus vertreten.

Die Kabelfernsehnetze gelten auch als Grundgerüst für schnelle Internet-Breitbandverbindungen. Für datenintensive Anwendungen wie Videostreaming werden immer schnellere Netze benötigt. Die Kabelnetz-Betreiber konkurrieren dabei mit zahlreichen Telekom-Anbietern.