Fluggesellschaften

Airbus hängt Erzrivalen Boeing bei Neubestellungen ab

Die Passagierflugzeuge von Airbus kommen bei der Kundschaft besser an als die des US-Konkurrenten Boeing.

Der europäische Flugzeugkonzern überflügelte die Amerikaner im vergangenen Jahr bei der Zahl der Bestellungen. Netto seien 1456 Orders eingegangen, teilte Airbus am Dienstag mit – das sind 24 Aufträge mehr als die Amerikaner verbucht hatten. Vor allem die überraschend hohe Zahl von 400 Bestellungen im Dezember ließ die Toulouser an der Konkurrenz vorbeiziehen. Boeing blieb allerdings gemessen an der Zahl der Auslieferungen zum dritten Mal in Folge der größte Luftfahrtausrüster der Welt. Der US-Riese flog 723 Modelle zum Kunden, 94 mehr als Airbus.

Airbus-Zivilspartenchef Fabrice Brégier zeigte sich optimistisch für das laufende Jahr. Die Zahl der zugestellten Flugzeuge werde leicht zunehmen. Mit Boeing zusammen lieferte Airbus sechs Prozent mehr Flugzeuge aus als im Vorjahr. Beide Hersteller modernisieren derzeit ihre Produktpalette, hinzukommt das rapide Wachstum des Flugverkehrs in Asien. Analysten befürchten allerdings angesichts sinkender Ölpreise, dass die Nachfrage nach neuen Verkehrsfliegern ihren Höhepunkt bereits erreicht hat. Brégier wischte die Bedenken vom Tisch. Der Ölpreisrutsch wirke sich nicht negativ auf die Orderbücher von Airbus aus, sagte er.

Die Zahl der Auslieferungen des beliebten Mittelstreckenjets A320 stagnierte 2014 bei etwa 490 Maschinen. Die Bestellungen für Großraummaschinen gingen um 60 Prozent auf 135 Stück zurück und blieben weit hinter den 328 bei Boeing georderten Jumbos. Im Juni hatte Airbus einen Rückschlag verkraften müssen, als die arabische Fluglinie Emirates eine Bestellung von 70 Langstrecken-Maschinen stornierte.

Vom weltgrößten Passagierflugzeug A380 lieferten die Europäer 30 Stück aus.