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DriveNow stockt Angebot in Berlin auf

Car-Sharing-Anbieter wächst. Nur wenige Elektroautos in der Hauptstadt verfügbar

Auch 2014 sind wieder deutlich mehr Deutsche in ein Auto der verschiedenen Car-Sharing-Anbieter gestiegen. Nach Angaben von Nico Gabriel, Geschäftsführer des Anbieters DriveNow, nutzen derzeit mehr als eine Million Menschen entsprechende Angebote. 2013 waren es nach Zahlen des Bundesverbands Car-Sharing 757.000.

Vor allem in Berlin ist das Angebot beliebt: Von den 395.000 bei DriveNow in Deutschland registrierten Kunden kamen Ende 2014 rund 130.000 aus Berlin, bei Flinkster waren es zuletzt 47.500 von rund 300.000. Car2go spricht von 390.000 registrierten Kunden, davon 110.000 in Berlin. Die Nutzerzahlen lassen sich nicht einfach zusammenzählen; viele Berliner sind bei mehreren Anbietern angemeldet. Auch nutzt nicht jeder registrierte Kunde die Fahrzeuge. Car2go weist deshalb für Deutschland und Berlin noch mehr als 290.000 und 85.000 aktive Kunden aus.

Auch die meisten Autos fahren derzeit in der Hauptstadt. Marktführer nach Fahrzeugen ist Car2go mit 1216 (insgesamt 12.500) Autos, gefolgt von DriveNow mit 900 (3220) und Flinkster 540 (6100). DriveNow will seine Flotte auf mehr als 1000 Fahrzeuge aufstocken. Hinter Car2go steht Daimler. DriveNow gehört zu gleichen Teilen BMW und dem Autovermieter Sixt, Flinkster der Deutschen Bahn. Ebenfalls in Berlin unterwegs sind Cambio, Citeecar, Greenwheels, Multicity und Stadtmobil.

Anders als bei einer klassischen Autovermietung kann der Car-Sharing-Kunde das Auto auch für einige Minuten mieten. Es reicht ein Smartphone und eine Pin-Nummer, um die Fahrzeuge zu buchen und zu öffnen. Es gibt zwei Arten von Car-Sharing: Entweder das Fahrzeug kann im jeweiligen Geschäftsgebiet des Anbieters beliebig geparkt werden (DriveNow, Car2go) oder es hat einen festen Standplatz, an dem es abgeholt und abgestellt werden muss (Flinkster).

Angesichts des Erfolgs exportieren die deutschen Anbieter ihre Konzepte ins Ausland. Car2go bietet Fahrzeuge in 15 europäischen Städten an, darunter Amsterdam und Kopenhagen. Auch in 15 nordamerikanischen Städten ist das Unternehmen präsent, etwa in San Diego und Washington sowie Toronto. Inzwischen hat das Unternehmen im Ausland rund eine halbe Million Kunden.

Auch DriveNow baut sein Angebot im Ausland gerade aus. Seit Oktober ist das Unternehmen in Wien auf der Straße, seit Dezember in drei Londoner Stadtteilen; das Angebot soll in diesem Jahr ausgebaut werden. Chef Gabriel kündigte zudem an, in weiteren Städten Fahrzeuge aufzustellen. Zurzeit hat DriveNow 25.000 Kunden im Ausland.

Flinkster, nach eigenen Angaben der Anbieter mit dem größten Netz in Deutschland (200 Städte) ist ebenfalls im Ausland aktiv. Fahrzeuge gibt es unter anderem auch in Österreich, der Schweiz, Italien und den Niederlanden.

Umsatz oder gar Ertragszahlen nennt keines der Unternehmen. DriveNow zumindest verkündete, in Deutschland operativ profitabel zu sein. Bei der Deutschen Bahn hieß es, man betreibe Car-Sharing seit 13 Jahren, ein solches Angebot müsse sich schon rechnen.

Dass Berlin eine der Regionen ist, in der die Bundesregierung Elektromobilität besonders fördert, zeigt sich in den Zahlen der Car-Sharing-Anbieter eher nicht: Die Car2go-Flotten in Amsterdam und San Diego fahren rein elektrisch – je 350 Fahrzeuge. In Stuttgart sind 500 E-Autos unterwegs, in Berlin nur 16. Auch DriveNow kann rein elektrisch: In San Francisco fahren 150 E-BMW. In Berlin bietet die Firma 40 E-Fahrzeuge an.