Modernisierungsprogramm

Tunnel-Sanierung: Deutsche Bahn investiert eine Milliarde Euro

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Die historischen Portale deutscher Eisenbahntunnel sind ein beliebtes Fotomotiv bei Bahn-Fans.

Doch auch drinnen sieht es manchmal noch aus wie im Technikmuseum: deutsche Ingenieurbaukunst aus dem 19. Jahrhundert. Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm will die Bahn die historischen Bauwerke nun schneller fit für die Zukunft machen als bisher geplant. Die zusätzlichen Mittel stammen aus dem jüngst beschlossenen Modernisierungsprogramm des Bundes und der Bahn mit einem Gesamtvolumen von 28 Milliarden Euro. Bis 2019 sollen daraus auch 18 alte Tunnel saniert wieder in Betrieb gehen, bis 2024 weitere 36.

695 Eisenbahntunnel durchziehen Deutschland. Kaum dem Wetter ausgesetzt, gelten die Röhren als ausgesprochen robust. Lediglich drei Prozent aller deutschen Bahntunnel zählen nach Angaben DB Netz AG zur Kategorie vier – und damit zur schlechtesten Einstufung beim Bauzustand. „Das heißt aber, dass sie trotzdem sicher sind“, betont Bahn-Sprecherin Diana Scharl. Kategorie vier bedeute, dass in den nächsten Jahren etwas passieren muss, wenn keine größeren Schäden an der Substanz auftreten sollen.

2014 lagen die Mittel für die Tunnelsanierungen der Bahn bei rund 125 Millionen Euro. 2018 sollen es bei stufenweiser Anhebung 213 Millionen Euro sein, sagt Tilman Reisbeck, Leiter Fahrwegtechnik bei der DB Netz AG. Das sei insgesamt rund eine Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre – und damit beinahe eine Verdoppelung des bisherigen jährlichen Investitionsvolumens.

Der Verkehrsclub Deutschland wertet das neue Tunnelprogramm positiv: „Endlich ist genügend Geld da“, sagt Bahnreferentin Heidi Tischmann. Bund und Bahn hätten die Sanierung der Infrastruktur beide jahrelang aufgeschoben.

Eine der größten und teuersten Tunnelbaustellen in Deutschland ist der Kaiser-Wilhelm-Tunnel bei Cochem (Rheinland-Pfalz). 1879 ging er auf der landschaftlich reizvollen Moselstrecke von Koblenz nach Trier in Betrieb. Bereits 2001 begannen die Vorplanungen für eine umfangreiche Erneuerung, inklusive einer neuen zweiten Röhre. „Sanierung heißt, den vorhandenen Tunnel an die aktuellen Vorgaben anzupassen, auch bei der Sicherheit“, sagt Bau-Experte Jens Müller von der DB Netz AG. Mehr als 200 Millionen Euro werden bis Ende 2016 in den Kaiser-Wilhelm-Tunnel fließen.

( dpa )