Reiseunternehmen

Fernbusriese will Angebot fast verdoppeln

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Björn Hartmann

Fusionierter Anbieter plant mit 1000 Bussen. Nachtstrecken und Europanetz vorgesehen

Grün werden sie sein. Die neuen Busse des fusionierten Unternehmens MeinFernbus Flixbus übernehmen die Farbe und auch „Fahr grün“ von der Berliner MeinFernbus. „Der Slogan hat uns auch schon immer gefallen“, sagte Jochen Engert, ehemals Flixbus-Geschäftsführer und jetzt in der gleichen Funktion im neuen Unternehmen tätig. Flixbus kam bisher in blau daher.

Engert und seine vier Geschäftsführerkollegen haben einiges vor in diesem Jahr. Im Berliner Tempodrom kündigten sie an, den Fuhrpark bis Ende des Jahres um 440 auf 1000 Busse aufstocken zu wollen. Sie kalkulieren, dass sie in diesem Jahr im gemeinsamen Unternehmen 18 bis 20 Millionen Fahrgäste befördern werden. 2014 waren es 10,5 Millionen, sieben Millionen davon transportierte MeinFernbus. Der Gesamtmarkt umfasste rund 20 Millionen Fahrgäste.

Auf den Strecken, auf denen beide Unternehmen bisher parallel gefahren sind, soll die Taktung steigen. Die wichtige Strecke Berlin–Hamburg zum Beispiel will das Unternehmen im Halbstundentakt bedienen. Zusätzlich soll es mehr Expressbusse geben, die zwischen zwei Großstädten nicht oder nur einmal stoppen, etwa auf der Strecke Berlin–Amsterdam. So soll der Zeitvorteil der deutschen Bahn verringert werden.

Zudem will MeinFernbus Flixbus weitere deutsche Städte und touristische Regionen ins Programm nehmen. Torben Greve, früher MeinFernbus und zuständig für das Netz, nannte Nord- und Ostsee. Geplant sei auch Brüssel, Paris, Venedig und Verona ans Netz anzubinden. Ebenfalls vorgesehen ist ein Nachtangebot auf allen Strecken, wie Greve sagte. „Dass die Deutsche Bahn ihre Nachtzüge einstellt, kommt uns da sehr zupass.“ Ziel von MeinFernbus Flixbus ist, in einigen Jahren Marktführer in Europa zu sein. Dort will das Unternehmen mit der Marke Flixbus auftreten – MeinFernbus ist in einigen Sprachen nur sehr schwer auszusprechen. In welchen Ländern sie den Ausbau beginnen wollen, ließen die Geschäftsführer offen.

Gebremst werden könnten die fünf Unternehmer noch davon, dass geeignete Busfahrer fehlen und von Engpässen an den Zentralen Omnibusbahnhöfen. Internationale Konkurrenz dagegen macht ihnen nicht so viel Sorge. „Wir sind Impulsgeber der Branche, wir sind immer drei Schritte voraus“, sagte Greve. Beide Unternehmen punkten mit kostenlosem Internet bei den Kunden. Auch Steckdosen an allen Plätzen, einfache Online-Buchung, komfortable Sitzabstände und Fahrradmitnahme sollen die Kunden locken. Ein Bonusprogramm ist geplant, Umbuchungen sollen bis 15 Minuten vor Fahrtbeginn möglich sein.