Technik

Schöne Neuheiten, die den Alltag ein bisschen erleichtern

Mundschutz mit Kreiselkompass und funkende Babyflaschen: In Las Vegas zeigen viele Hersteller ihre besten Entwicklungen

Zum Jahresanfang blickt die Hightech-Branche nach Las Vegas, zur weltweiten Leitmesse für Unterhaltungselektronik, der Consumer Electronic Show (CES). Mehr als 150.000 Besucher werden sich noch bis Freitag die neuen Trends der Branche ansehen. Hier werden Neuigkeiten gezeigt, die der seit Jahren schwächelnden Branche der Consumer Electronics Schwung geben sollen. Unter den zahlreichen Neuerungen gibt es Sinnvolles, aber auch Abgedrehtes.

Sport und Hightech haben sich längst zusammengefunden. Nun dürfen die Spieler des American Footballs auch ihren Oberkiefer vernetzen. Der Hersteller i1 Biometrics aus Kirkland im US-Bundesstaat Washington hat bereits zwölf Spieler mit seinem intelligenten Mundschutz Vector ausgestattet und zeigt ihn nun auf der CES. Insbesondere bei der Einwirkung von äußerlicher Gewalt schlägt der Mundschutz Alarm.

Er verfügt über einen Beschleunigungssensor und Gyroskop (Kreiselkompass), die die Intensität von Stößen festhalten. Im Spiel überträgt er die Daten an eine Antenne, die am Spielfeldrand aufgestellt ist. Von dort werden sie in die Cloud und auf den Computer, das Tablet oder Smartphone übertragen. Auf dem Display erscheint ein dreidimensionaler Kopf, auf dem der Bereich der Gewalteinwirkung farbig dargestellt ist. Aus den Daten wird außerdem ein Hit-Score errechnet.

Der schwedische Netzausrüster Ericsson zeigt zusammen mit dem Fahrzeughersteller Volvo und POC, einem Hersteller von Schutzkleidung für Extremsportler und Radfahrer, dass auch Fahrradfahrer vernetzt sein können. Ein Helm gibt dabei dem Fahrradfahrer eine Warnung, wenn er sich auf Kollisionskurs mit einem Fahrzeug befindet. In diesem Fall schaltet sich eine Warnleuchte am Helm an. Zugleich bekommt der Autofahrer über sein Head-up-Display eine Warnung eingeblendet – und zwar schon dann, wenn der Radfahrer für das Auge unsichtbar ist, beispielsweise im toten Winkel, in der Dunkelheit oder hinter einem parkenden Fahrzeug.

Zwar haben die RocketSkates rein gar nichts mit Raketen zu tun, aber schnell sind sie allemal: 20 Stundenkilometer schaffen sie in der Spitze. Die motorisierten Rollschuhe wiegen drei Kilogramm und schaffen mit einer Akkuladung, die abhängig von der Geschwindigkeit bis zu 90 Minuten hält, bis zu 16 Kilometer Entfernung. Das Luxus-Modell des Herstellers Acton mit der Bezeichnung R-10 kostet 700 Dollar (588 Euro).

Baby GiGL heißt die Baby-Trinkflasche für Eltern, die wirklich alles richtig machen wollen: Die Babyflasche – bestehend aus einem austauschbaren Trinkeinsatz und einer bunten Flaschenhalter – misst genau, wie viel das Kind trinkt, und sammelt die Daten darüber. Die Eltern können zeitversetzt – damit das Baby während des Trinkens nicht den Funkwellen des Smartphones ausgesetzt ist – die Daten in eine Mobil-App übertragen und dort genau Buch führen über Trinkzeiten und Trinkmengen ihres Nachwuchses.

Damit das klappt, überwacht die Flasche die Fütterung genau: Per LED-Anzeige warnt sie, wenn die Flasche im falschen Winkel gehalten wird. Dann schluckt Baby zu viel Luft, oder wenn Milchklumpen im Schnuller am Trinken hindern.

Die Entwickler des französischen Start-ups ConnectedCycle wollen jedes Alltagsfahrrad zum smarten Connected-Bike umrüsten und haben dafür die Pedale ins Visier genommen. Dort nämlich können sie über die Kurbeldrehung einfach Strom gewinnen und damit intelligente Funktionen realisieren: Die schlicht „Pedal“ genannten bunten Pedale können mittels GPS-Sensoren genau messen, wo sich das Fahrrad befindet und wie schnell es fährt.

Der Drohnen- und Freisprecheinrichtungs-Spezialist Parrot hat als nächste Zielgruppe die Topfpflanzen-Liebhaber für sich entdeckt: H2O heißt ein Sensor, der in die Topferde gesteckt wird. Dort misst er alle 15 Minuten Feuchtigkeitsgehalt sowie den Ph-Wert der Erde, außerdem die Umgebungstemperatur und den Lichteinfall. Auf dieser Datenbasis wertet die dazugehörige Smartphone-App aus, wie gut es der Pflanze geht, und gibt Tipps dazu, wie viel wann gegossen und gedüngt werden wollte. Das komplette Konzept gibt es unter dem Namen „Pot“ auch als selbstgießenden Pflanztopf, der dank eingebautem Wassertank für seinen Inhalt sorgt.