Steuern

Staat darf den Gewinn von Online-Zockern kassieren

Ein 25-jähriger Malermeister aus München wähnte sich auf der Überholspur: 201.500 Euro gewann er im Sommer des Jahres 2011 mit dem Kartenspiel „Black Jack“ im Internet.

Es lief nicht immer so gut, der Malermeister überweist über das Jahr hinweg auch 120.930 Euro an den Online-Anbieter in Gibraltar. Doch unter dem Strich blieben ihm stattliche 80.570 Euro – dachte der junge Mann zumindest. Doch das Geld war er schneller wieder los, als er es ausgeben konnte. Denn Ermittler kamen ihm auf die Schliche.

63.490 Euro fanden sie noch, als sie bei ihm anklopften. Nun urteilte das Amtsgericht München, dass die 63.490 Euro für immer weg sind. Der Staat darf das Geld einziehen. Zudem verhängte das Gericht eine Geldstrafe in Höhe von 2100 Euro wegen Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel (Az.: 1115 Cs 254 Js 176411/13).

Der Entscheidung wird Signalwirkung zugesprochen. Der Richterspruch gilt in der Glücksspielbranche als erste strafrechtliche Verurteilung eines Spielers in Deutschland, seit vor sieben Jahren der erste Glücksspielstaatsvertrag eingeführt wurde. Der illegale Teil des Marktes, mit Anbietern in Gibraltar oder der Karibik, wird auf viele Milliarden Euro geschätzt.

Jetzt wird manch ein Spieler unruhig werden. Viele übersehen gerne, wenn sie an ihrem heimischen Computer sitzen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, schon gar nicht, wenn es um Glücksspiel geht. Anbieter, deren Seiten auch von Deutschland aus aufgerufen werden können, haben oft keine Lizenz für Glücksspiel in Deutschland. Der Angeklagte berief sich vor Gericht auf seine eigene Unwissenheit und auf prominente Werbeträger. Doch dies ließ der zuständige Richter nicht gelten: Es habe sich ausschließlich um Sportwetten gehandelt, so der Richter.