Abwertung

Rubel-Absturz: Russland droht eine schwere Krise

Nach der drastischen Anhebung des russischen Leitzinses im Kampf gegen den Rubelverfall hat Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew eine Normalisierung des Zinsniveaus gefordert.

Durch die Erhöhung des Leitzinses auf 17 Prozent Mitte Dezember seien die Zinsen für Kredite auf mehr als 20 Prozent gestiegen, was die Lage für Unternehmer schwierig mache, sagte Uljukajew der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Mit der Erhöhung wollte die Zentralbank die rasante Abwertung der russischen Währung stoppen. „Das ist uns gelungen“, meinte Uljukajew. Experten warnen indes, der Rubel könne weiter fallen.

Am Freitag verlor der Rubel erneut vier Prozent an Wert und notierte bei mehr als 65 Rubel für einen Euro. Damit endete eine fünftägige Kurserholung, während der der Rubel um bis zu 15 Prozent zugelegt hatte. Seit Anfang des Jahres hat die Währung mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Die Zentralbank versuchte, mit drastischen Zinserhöhungen gegenzusteuern. Die Bevölkerung reagierte mit einem Kaufrausch, weil viele mit steigenden Preisen rechneten und sich mit hochwertigen Gütern, wie Autos, Möbeln oder Computern eindecken wollten.

Schließlich verpflichtete die Regierung fünf große Exportfirmen zum Verkauf ihrer Devisenüberschüsse. Gleichzeitig warf die Zentralbank hohe Devisenbeträge auf den Markt, um den Rubel zu stützen. Bis Freitag mit einigem Erfolg, allerdings zum Preis sinkender Devisenreserven. Am Donnerstag betrugen diese nach Angaben der Zentralbank weniger als 328 Milliarden Euro – so wenig wie seit 2009 nicht mehr. Die russische Wirtschaft leidet unter dem Verfall des Ölpreises und den Sanktionen, die westliche Länder im Zuge des Konflikts um die Ostukraine verhängten.