Banken

Commerzbank wächst und gewinnt mehr Privatkunden

Die Commerzbank fasst trotz der historisch niedrigen Zinsen im lange enttäuschenden Privatkundengeschäft zunehmend Fuß.

„Wir wachsen und wir wachsen zulasten unserer Wettbewerber“, sagte Vorstand Martin Zielke. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres habe das Institut etwa 240.000 zusätzliche Kunden gewonnen. „Wir nehmen tatsächlich allen Wettbewerbern im Markt Kunden ab.“ Die Sparte steigere ihren Gewinn schneller als erwartet. „Wir sind aber alles andere als euphorisch, weil das Marktumfeld das nicht zulässt“, betonte Zielke. „Auch nach vorne sehe ich keinen gigantischen Rückenwind für unser Geschäft.“ Niedrige Zinsen drücken üblicherweise auf die Erträge und Gewinne von Banken.

Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank lockt zum Missfallen von Sparkassen und Volksbanken mit kostenlosem Girokonto und Startguthaben. Das zahle sich aber aus, sagte Zielke: „Wir gewinnen überproportional ertragsstarke Kunden.“

Mit Strafzinsen will Deutschlands zweitgrößtes Geldinstitut Privatkunden nicht verschrecken. „Wir planen im Privatkundenbereich keine Negativzinsen. Ich kann mir das auch nicht vorstellen“, betonte Zielke. „Aber was wir sehen ist, dass die Zentralbank für Liquidität einen Preis verlangt. Damit müssen wir als Bank umgehen. Große institutionelle Volumen kosten unter diesen Bedingungen eine Bank Geld.“

Im Privatkundengeschäft hatte die Bank ihre Offensive vor zwei Jahren gestartet. Bis Ende Oktober 2014 erhöhte sich seitdem die Kundenzahl um etwa 485.000. Die Ziele von mehr als 500 Millionen Euro operativem Gewinn und eines Kundenwachstums um eine Million bis Ende 2016 rückten näher, sagte Zielke: „Das Kundenwachstum liegt ziemlich nah am Zielpfad.“