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Finanzen: Gesetzentwurf für mehr Transparenz bei Dispozinsen ++ Verkehr: Google sucht Partner für selbstfahrenden Wagen ++ Unternehmen: Siemens will Medizintechnik 2015 nicht an Börse bringen ++ Abzockvorwürfe: Millionenstrafe für US-Tochter der Telekom

Gesetzentwurf für mehr Transparenz bei Dispozinsen

Banken müssen ihren Kunden künftig genaue Angaben zur Höhe der verlangten Dispozinsen machen – ein Gesetzentwurf für mehr Transparenz ist laut Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) nun fertig. Die Institute sollen damit verpflichtet werden, die jeweils gültigen Zinssätze auf ihrer Homepage im Internet zu veröffentlichen. Beim Kurznachrichtendienst Twitter bestätigte Maas, man wolle die Verbraucher besser vor zu hohen Dispozinsen schützen. Banken und Sparkassen sollen außerdem gezwungen werden, ihren Kunden alternative Angebote zu machen, wenn ein Dispokredit über drei Monate lang in Anspruch genommen oder das Konto mit hohen Beträgen überzogen wird.

Google sucht Partner für selbstfahrenden Wagen

Google schaut sich nach Partnern in der Fahrzeugbranche für sein selbstfahrendes Auto um. „Wir wollen nicht ausdrücklich ein Autohersteller werden“, sagte Projektleiter Chris Urmson dem „Wall Street Journal“. Google sei auf der Suche nach Partnerschaften. In der Zwischenzeit baue der Internet-Konzern aber in Kooperation mit Autozulieferern eine Flotte neuer Fahrzeuge. Google hatte im Mai den Prototypen seines ersten eigenen selbstfahrenden Autos vorgestellt, das ohne Lenkrad und Pedale auskommen soll, weil es komplett vom Computer gesteuert wird. Google hofft, mit solchen Fahrzeugen den Verkehr in den Städten verändern zu können.

Siemens will Medizintechnik 2015 nicht an Börse bringen

Siemens-Chef Joe Kaeser hat einem baldigen Börsengang der Medizintechniksparte eine Absage erteilt. In einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ antwortete er auf die Frage, ob dieses Geschäft im kommenden Jahr an die Börse gehe, mit „nein“. Er sehe die Medizintechnik vor einem Wandel in Richtung Molekularbiologie, Molekulardiagnostik und Biotechnologie. „Darauf müssen wir vorbereitet sein und wollen der Sparte darum mehr Handlungsspielraum geben, etwa auch für mögliche Akquisitionen“, sagte der Manager. Unter den Siemens-Mitarbeitern gibt es die Befürchtung, Kaeser könnte das Geschäft mit 52.000 Beschäftigten an die Börse bringen.

Millionenstrafe für US-Tochter der Telekom

Die amerikanischen Wettbewerbshüter ziehen die Telekom-Tochter T-Mobile US wegen Vorwürfen der Kundenabzocke zur Rechenschaft. Die Aufsichtsbehörde FTC meldete eine Einigung auf eine Strafe, die T-Mobile mindestens 90 Millionen Dollar (74 Millionen Euro) kosten wird. Im Juli hatte die FTC geklagt. Der Telekom-Tochter wird vorgeworfen, ihre Kunden mit kostenpflichtigen SMS-Diensten betrogen zu haben. Sie soll nicht bestellte SMS-Abos von Drittanbietern in Rechnung gestellt haben, obwohl es schon früh Anzeichen für Betrug gegeben habe. Es geht um Flirt-Tipps, Horoskope oder Promi-Nachrichten. T-Mobile habe daran mitverdient und „Hunderte Millionen Dollar“ gemacht, so die FTC.