Start-up

Drivy will in Berlin durchstarten

Neue Carsharing-Plattform: So lässt sich mit dem eigenen Auto Geld im Internet verdienen

Der Andrang war überschaubar. Trotzdem wertet Drivy-Geschäftsführer Gero Graf den ersten Meetup für Autobesitzer in Berlin als Erfolg. Graf wird nicht müde, die Vorteile seiner Plattform bis ins kleinste Detail zu erläutern. Die Idee stammt aus Frankreich. Dort hat Drivy, seit dem Start vor etwa vier Jahren, schon eine kleine Revolution am Mobilitätsmarkt ausgelöst, und das soll jetzt auch in Deutschland passieren. Großstädter, deren Auto die meiste Zeit ungenutzt auf der Straße steht, können es auf Drivy registrieren, wo dann Großstädter, die kein eigenes Auto haben, es tageweise günstig mieten können – bei vollem Versicherungsschutz. 70 Prozent der Gebühr erhält der Vermieter, 30 Prozent verbleiben bei Drivy, wovon ein Großteil für den Versicherungsschutz verwendet wird.

Laut der jüngsten Ford-Mobilitätsstudie hat die jüngere Generation ein eher pragmatisches Verhältnis zum eigenen Auto. Man ist zwar gern mobil, aber als Statussymbol hat das Auto ausgedient. Praktisch soll es sein. Mit seinem „sharing-economy“-Gedanken trifft Drivy den Zeitgeist.

Das finden auch Malte und Eva aus Berlin. Die beiden haben ihre Autos auf Drivy inseriert und lassen sich von Gero Graf die Vorteile der Plattform erläutern. Sie stehen exemplarisch für die Drivy-Zielgruppe. Eva hat vor kurzem ihr Studium abgeschlossen und fängt jetzt als Eventmanagerin an. Zur Arbeit fährt sie mit der U-Bahn, ihr roter Opel Corsa steht daher ungenutzt vor ihrer Wohnung in Friedrichshain. Der 22-jährige Einzelhandelskaufmann Malte hat einen silberfarbenen Golf IV. Er wohnt in der Nähe seiner Arbeit, weswegen er seinen Wagen leicht entbehren kann.

Gero Graf nennt wichtige Tipps, damit die Wagen vermietet werden.

Preise Ein klappriger Kleinwagen kann nur billiger vermietet werden als ein polierter SUV. Im Idealfall den Basispreis pro Tag möglichst gering halten (15 bis 30 Euro). Es kommt nämlich noch Geld für die gefahrenen Kilometer dazu.

Reaktion Je mehr Anfragen akzeptiert werden, desto besser wirkt es sich auf die Stellung des Autos in den Suchresultaten aus.

Kalender Wenn Nutzer über Weihnachten nach Hause fahren, dann sollten sie angeben, dass in diesem Zeitraum das Auto nicht mietbar ist, sonst laufen Anfragen ins Leere.

Fotos Auch der Innenraum des Wagens ist interessant. Einträge mit drei Bildern haben eine zehn Mal höhere Erfolgswahrscheinlichkeit.

Beschreibung Über welche Extras verfügt der Wagen (Navi, Kindersitze, etc.), was ist zu beachten (sind Tiere erlaubt?). Wer das berücksichtigt, versichert Graf, der finde auch einen Mieter.

86 Autos seien seit dem Start von Drivy am 24. November registriert, fast alle in Berlin. Weitere Städte sollen folgen, Hamburg, München, eventuell auch Köln. Die durchschnittliche Mietdauer beträgt zwei bis vier Tage. Man greife auf den breiten Erfahrungsschatz der französischen Kollegen zurück, erklärt Graf. Der Community-Aspekt stehe bei Drivy im Vordergrund. Graf nennt auch räumliche Nähe als Vorteil, weswegen ein Drivy-Auto in der eigenen Nachbarschaft eine schnelle mobile Lösung sein kann. Und Vielfalt sei ebenfalls wichtig. Manche Nutzer stellen beispielsweise Oldtimer online. „Drivy ist die Ein-Verlängertes-Wochenende-Alternative oder die perfekte Option für einen Ausflug mit Freunden“, fasst Graf das Angebot zusammen.