Studie

Studie: Wirtschaftskriminalität kostet Unternehmen Milliarden

Durch die wachsende Wirtschaftskriminalität entsteht deutschen Unternehmen einer Studie zufolge in diesem Jahr ein Schaden von rund 80 Milliarden Euro.

„Das ist ein massiver Anstieg – jedes dritte Unternehmen in Deutschland war in den letzten zwei Jahren Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen, bei den großen Unternehmen sogar jedes zweite“, sagte Alexander Geschonneck, Kriminalistikexperte bei der Beratungsgesellschaft KPMG, am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt. Häufigste Delikte waren Diebstahl und Unterschlagung mit 63 Prozent sowie Betrug und Untreue (54 Prozent).

Dennoch ist laut Geschonneck die Bereitschaft der Unternehmen gering, sich gegen wirtschaftskriminelle Angriffe zu wappnen. Nur jedes neunte Unternehmen sei gewillt, 500.000 Euro oder mehr in vorbeugende Maßnahmen wie Meldestellen oder Schulungen zu stecken. „Das ökonomische Prinzip ist damit auf den Kopf gestellt: Man akzeptiert Schäden, die um ein Vielfaches höher sind als das, was eine gezielte Investition in Prävention gekostet hätte“, sagte der KPMG-Partner.

„Die meisten Täter kommen mit 55 Prozent aus den eigenen Reihen“, sagte Geschonneck. In der Gruppe der internen Täter sei der Prozentanteil von Mitarbeitern unterhalb der Topmanagementebene 2014 auf 66 (2012: 56) Prozent gestiegen. Die Anzahl der Täter aus dem Topmanagement sei hingegen auf fünf (18) Prozent gesunken. Von Personen außerhalb des Unternehmens seien 45 Prozent der Delikte begangen worden. In 16 Prozent der Fälle seien sowohl interne wie externe Täter beteiligt gewesen.

TNS Emnid hatte im Auftrag der Beratungsgesellschaft 400 repräsentativ nach Branchen, Mitarbeiterzahl und Umsatz ausgewählte Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit Wirtschaftskriminalität befragt.