Elektromobilität

Mehr Strom für die Autofahrer der Zukunft

400 Schnellladesäulen sollen Infrastruktur für E-Autos verbessern

Die Bundesregierung will die schleppende Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ankurbeln. Dafür soll das bislang lückenhafte Netz an Ladesäulen enger geknüpft werden. „Auf den Bundesautobahnen werden wir deutschlandweit an Raststätten rund 400 zusätzliche Ladesäulen errichten. Künftig soll es möglich sein, mit einem Elektrofahrzeug von der Nordseeküste bis zur Zugspitze zu fahren“, sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) der Morgenpost. „Eine Teststrecke für längere Fahrten gibt es bereits auf der A 9. Hier knüpfen wir an, damit Deutschland ein Grundversorgungsnetz mit Schnellladestationen erhält“, kündigte der Minister an.

Mit Schnellladesäulen ist es möglich, ein Elektroauto – je nach Modell und Batteriestand – in weniger als einer halben Stunde fit für die nächste Etappe zu machen. 400 Säulen bedeutet, dass fast an jeder Autobahnraststätte vorerst eine aufgestellt wird. Mit dem Elektromobilitätsgesetz habe die Bundesregierung zusätzliche Anreize zum Kauf eines Elektroautos auf den Weg gebracht, so Dobrindt. „In einer zweiten Stufe geht es nun um den Ausbau der Ladeinfrastruktur.“

Deutschland habe die besten Ausgangsvoraussetzungen, um der Elektromobilität entscheidende Impulse zu geben, sagte der Minister und verwies auf das gewachsene Angebot an E-Autos aus der Produktion deutscher Hersteller. Bis Ende dieses Jahres sind 17 deutsche E-Modelle auf dem Markt, nächstes Jahr kommen zwölf hinzu. Wann die geplanten Säulen aufgestellt werden, wie sie finanziert werden und unter welchen Bedingungen dort Strom geladen werden kann, ist nicht geklärt. Die Bundesregierung verfolgt beim Thema Elektromobilität ehrgeizige Ziele Deutschland soll weltweit wichtigster Player bei den batteriegetriebenen Fahrzeugen werden. Im Jahr 2020 soll eine Million Stromer durch Deutschland fahren.

Die E-Offensive ist Teil der Klimastrategie der Regierung. Ohne mehr saubere Autos wird es kaum möglich sein, die gesetzten Ziele zur Begrenzung des Schadstoffausstoßes in Deutschland zu erreichen. Doch derzeit sieht es nicht danach aus, dass die Ziele erreicht werden. Der vierte Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), in der Politik, Industrie, Gewerkschaften und Forschung ihre Anstrengungen gebündelt haben, klingt ernüchternd. Im internationalen Vergleich der Leitmärkte „liegt Deutschland derzeit im Mittelfeld“. Dabei wollen Bundesregierung und Autoindustrie nicht nur Leitanbieter sein, also weltweit die besten, begehrenswertesten und meisten Modelle bei den E-Mobilen anbieten, sondern eben auch Leitmarkt sein. Doch derzeit sind gerade mal rund 24.000 Elektrofahrzeuge hierzulande zugelassen. Es gibt rund 4800 Ladestationen an 2400 Standorten und nur hundert Schnellladepunkte im ganzen Land.