Tarifverhandlungen

Deutscher Post droht Paketstau ausgerechnet an Nikolaus

Das hat es selten gegeben bei der Deutschen Post: Am 5. Dezember wollen die Beschäftigten in allen bundesweit 33 Paketzentren in den Nachmittagsstunden Betriebsversammlungen abhalten.

Diese Aktion wird dazu führen, dass kein Paket der Post sortiert und auf den Weg zum Adressaten gebracht werden kann. Die Folge: Tags drauf, am Nikolaustag, gibt es dann für die Paketfahrer nichts auszufahren. Diese ungewöhnlich drastische Maßnahme wollen die Gewerkschaften Mitte nächster Woche bekannt machen, wie die Morgenpost aus der Belegschaft der Post erfuhr.

Die Wochen rund um Weihnachten sind Hochzeit für den Paketversand. Der Nikolaustag hat sich in den vergangenen Jahren zum Tag des Schenkens entwickelt. An Spitzentagen im Dezember hat die Post im vergangenen Jahr mehr als neun Millionen Pakete zugestellt. In diesem Jahr soll nach Aussage des Managements die Zehn-Millionen-Marke erreicht werden.

Hintergrund der Aktion sind die im Frühjahr 2015 anstehenden Tarifverhandlungen bei der Deutschen Post für die rund 177.000 Beschäftigten im Paket- und Briefdienst. Der Postvorstand will die Arbeitskosten senken und das über niedrigere Einstiegslöhne und andere Maßnahmen wie veränderte Arbeitszeiten erreichen.

Vorstandschef Frank Appel spricht davon, dass die Post zweieinhalb Mal höhere Löhne als die Wettbewerber zahle und darüber, dass der Konzern dies auf Dauer nicht verkraften könne. Nach Berechnungen der Post beträgt der durchschnittliche Stundenlohn im Konzern knapp 18 Euro – wohingegen Konkurrenten Hermes, GLS oder DPD den Mindestlohn von 8,50 Euro zahlen. In dem Postlohn enthalten sind Sonderzahlungen, der Einstiegslohn beträgt nach den Angaben knapp 14 Euro.