Personaldebatte

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon in der Schusslinie

Seit mehr als zwei Jahren steht Georg Fahrenschon an der Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

Doch der ehemalige bayerische Finanzminister ist umstritten. Gerade in den vergangenen Monaten habe er wichtige Unterstützer unter den Landes- und Regionalfürsten verloren, heißt es. Sie sind unzufrieden mit dem 46-Jährigen und werfen ihm Führungsschwäche vor. Fahrenschon nahm die DSGV-Mitgliederversammlung am Mittwoch zum Anlass, sich zu verteidigen: „Zeiten starker Veränderungen sind per se keine Zeiten großer Harmonie“, sagte er laut Redeprotokoll. Die Veränderungen in der Regulierung und der Aufstellung der Gruppe seien kein Programm zur Steigerung der Beliebtheit des Präsidenten. „Das ist mir bewusst“, sagte Fahrenschon.

Der Posten des Sparkassenpräsidenten gilt ohnehin als Schleudersitz. Bereits Fahrenschons Vorgänger hatten mit Intrigen zu kämpfen. Fahrenschon hatte zwar vor seiner Ernennung in einem Wahlkampf den westfälischen Sparkassenpräsidenten Rolf Gerlach hinter sich gelassen. Doch dieser gilt als sehr mächtig, und in der Vergangenheit wurde ihm oft vorgeworfen, schlechte Stimmung gegen Fahrenschon zu verbreiten. Doch er steckt wohl diesmal nicht dahinter. Es wird spekuliert, dass vor allem Landesfürsten aus dem Süden – bisher Fahrenschons treueste Anhänger – gegen ihn stänkern. Es heißt, nur noch die Chefs der 25 größten deutschen Sparkassen ständen hinter ihm. „Fahrenschon sitzt alles andere als fest im Sattel“, sagte ein Insider. „Eine Vertragsverlängerung bis 2018 halte ich für sehr unwahrscheinlich.“

Fahrenschons Kritiker werfen ihm vor, dass er nicht durchsetzungsstark genug sei. So sei er angeblich in den Verhandlungen mit Deka-Vorstand Oliver Behrens, der vor Vertragsende als Deutschland-Chef zur Investmentbank Morgan Stanley wechselt, als zu schwach aufgetreten. Auch bei der Frage, wie zukünftig die Organisation gestrafft werden könnte, sei Fahrenschon viel zu langsam.