Ifo-Geschäftsklima-Index

Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich auf

Vorweihnachtliches Hoffnungszeichen für die deutsche Wirtschaft: Die Stimmung in den Unternehmen hat sich erstmals seit sechs Monaten überraschend aufgehellt.

– Der Ifo-Geschäftsklima-Index verbesserte sich im November von 103,2 Punkte im Vormonat auf 104,7 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München mitteilte. Die Unternehmen schätzten sowohl ihre derzeitige Lage als auch ihre Aussichten für das folgende Halbjahr besser ein. Während der Lage-Index von 108,4 auf 110,0 Punkte stieg, verbesserte sich der Index für die Erwartungen in den nächsten sechs Monaten von 98,3 auf 99,7 Punkte.

Damit wächst die Hoffnung, dass Unternehmen wieder mehr investieren und so die maue Konjunktur anschieben. Positive Signale waren zuletzt vor allem vom Privatkonsum gekommen. Die Unternehmen hielten sich – verunsichert durch internationale Krisen – mit Investitionen zurück. Rückenwind bekämen sie vom schwächeren Euro und dem niedrigeren Rohölpreis, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. „Für viel mehr als Stabilität gibt es derzeit aber noch keine eindeutigen Anzeichen.“ Auch Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe sieht noch keine Trendwende. Dafür sei es noch zu früh. Der Anstieg des wichtigen Frühindikators der deutschen Wirtschaft sei aber ein „gutes Signal“. Ökonomen der BayernLB erklärten, die Wirtschaftssanktionen zwischen der EU und Russland und die hohe geopolitische Unsicherheit schienen die Geschäftsaussichten mittlerweile weniger zu belasten.

Das Stimmungsbarometer wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt. Der unerwartete Anstieg des Ifo-Index’ sorgte an der Börse für steigende Kurse. Er katapultierte den Dax über die Marke von 9800 Punkten.