Neustart

Prokon-Insolvenz: Streit mit Gründer außergerichtlich beendet

Das Kapitel Carsten Rodbertus ist bei dem insolventen Windenergie-Unternehmen Prokon Geschichte.

Die Auseinandersetzungen mit dem früheren geschäftsführenden Gesellschafter und Gründer seien außergerichtlich beigelegt worden, teilte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am Mittwoch in Hamburg mit. Eine Schadenersatzklage gegen Rodbertus werde mangels Vermögen nicht erhoben. Der „Öko-Pionier“, der 75.000 Anleger dazu brachte, 1,4 Milliarden Euro in Genussrechte der Firma zu investierten, zieht sich als Gesellschafter und Geschäftsführer zurück. Zudem darf er „künftig in keiner Form mehr in Sachen Prokon tätig werden oder öffentliche Erklärungen abgeben“, teilte Penzlin mit. Diese Verpflichtungen seien durch hohe Vertragsstrafen abgesichert.

Rodbertus bestätigte im Internet die Vereinbarungen. „Ich wünsche Prokon für den laufenden Sanierungsprozess und für den Neustart von Herzen alles Gute“, schrieb er auf seiner Homepage. Er hofft, dass die Genussrechtsinhaber nun Eigentümer von Prokon werden.

Bis im Unternehmen eine neue Führungscrew gefunden ist, leitet Kai Peppmeier die Geschäft weiter. Diese hatte er schon Anfang Mai übernommen, nachdem der Insolvenzverwalter Rodbertus fristlos als Chef der Prokon Regenerative Energien GmbH entlassen hatte. Prokon war Anfang 2014 in finanzielle Bedrängnis geraten und im Mai ins Insolvenzverfahren gegangen.

Schadensersatzansprüche hatte der Insolvenzverwalter seit Juni prüfen lassen, als er feststellte, dass Rodbertus bei den Gläubigern „bisher Schäden von mehr als einer halben Milliarde Euro verursacht“ habe. Um Ansprüche durchzusetzen, hätte Penzlin vor Gericht ziehen müssen, was „die Insolvenzmasse mit erheblichen Kosten belastet“ hätte. Offen ist noch, ob sich Rodbertus vor Gericht verantworten muss.