Gastronomie

Burger King kündigt Filialbetreiber

Nach Skandalen um größten Lizenznehmer bangen nun 3000 Beschäftigte um Jobs

Die Fast Food-Kette Burger King hat ihrem größten Franchisenehmer in Deutschland fristlos gekündigt. Die bundesweit 89 Filialen der Yi-Ko-Holding müssen sofort schließen, meldet das Unternehmen. Anderenfalls werde Burger King gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Damit wird zunächst rund jede achte deutsche Burger-King-Filiale geschlossen. Die betroffenen Imbisse befinden sich in den alten Bundesländern.

„Diese schwierige, jedoch notwendige Entscheidung wurde getroffen, nachdem sich Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Diese fortgesetzte Missachtung von Standards habe auch die Existenz der übrigen 165 Franchisenehmer und 25.000 Mitarbeiter in Deutschland gefährdet.

Yi-Ko stand im Mai unter anderem wegen gravierender Hygienemängel und Verstößen gegen Arbeitsverträge in den Schlagzeilen. Mitarbeiter der RTL-Sendung „Team Wallraff“ hatten aufgedeckt, dass Lebensmittel, die hätten entsorgt werden müssen, umdeklariert und verkauft wurden. In Hygiene-Proben wiederum wurden in einzelnen Filialen Keime gefunden. Darüber hinaus hatten die Journalisten festgestellt, dass Mitarbeiter nicht ausreichend entlohnt wurden. Zwar habe sich in der Folge vieles verbessert, berichtet Burger King. Hunderte Manager seien nachgeschult worden und die Gästezufriedenheit habe sich ebenso verbessert wie die operative Leistung. „Trotz der anfänglichen Erfolge mussten wir aber feststellen, dass die Yi-Ko gegen die getroffenen Vereinbarungen verstoßen hat.“

Burger King wirft seinem langjährigen Franchisenehmer vor, dass Schichten unterbesetzt waren und gegen Arbeitsverträge verstoßen wurde, etwa indem Urlaubsgelder und Zuschläge einbehalten sowie im Krankheitsfall Gehälter verspätet ausgezahlt wurden. Noch dazu habe der frühere Yi-Ko-Geschäftsführer Ergün Yildiz, der sich aufgrund des Skandals im Frühjahr zurückziehen musste, fortwährend Einfluss auf das Tagesgeschäft genommen.

Wie es mit den 89 geschlossenen Filialen und den 3000 betroffenen Mitarbeitern weitergeht, steht noch nicht fest. „Wir werden in den nächsten Tagen hart daran arbeiten, den negativen Einfluss auf die Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten“, heißt es in einem Burger-King-Statement auf Anfrage dieser Zeitung. Möglich wären etwa andere Betreiber, die einspringen oder eine Übernahme durch die Zentrale oder auch ein Verkauf.

Der Entschluss zur Kündigung sei dem Unternehmen sehr schwer gefallen. „Eine Kündigung stellt für uns nur den letzten Schritt dar“, erklärt Andreas Bork, der für Zentraleuropa zuständige Geschäftsführer von Burger King. „Leider mussten wir aufgrund der wiederholten Verstöße der Yi-Ko gegen operative und arbeitsrechtlichen Standards sowie der daraus resultierenden Rufschädigung feststellen, dass die Yi-Ko kein Teil der Burger-King-Gemeinschaft bleiben kann.“

Die Fast Food-Kette hat damit nur noch knapp 600 Filialen in Deutschland. Burger King hatte nach Bekanntwerden des Skandals bereits zwei Filialen geschlossen. Darüber hinaus wurden Expertenteams gegründet, die verstärkt die Hygiene in den Restaurants untersuchen sollten. Und der TÜV Süd wurde beauftragt, sämtliche Burger-King-Restaurants deutschlandweit und unangekündigt zu überprüfen.