Spionage-Absicht

Uber-Manager bringt Kampagne gegen Journalisten ins Gespräch

Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber sorgt erneut für Negativ-Schlagzeilen.

Ein Top-Manager löste Empörung mit Gedankenspielen über Schmutzkampagnen gegen kritische Reporter aus. Emil Michael, der bei Uber für das operative Geschäft zuständig ist, dachte bei einer Veranstaltung laut darüber nach, das Privatleben von Journalisten auszuforschen. Das könne Uber helfen, gegen unliebsame Medien zu kämpfen, sagte er einem Medienbericht zufolge. Am Dienstag entschuldigte Michael sich. „Weder ich noch mein Unternehmen würden jemals zu einem solchen Vorgehen greifen“, versicherte er im Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Sprecherin von Uber erklärte, das Unternehmen habe Journalisten nicht ausgeforscht und habe auch keine Pläne, das zu tun.

Amerikanische Journalisten kündigten an, ihre Uber-Konten zu löschen. Für Uber ist ein gutes Verhältnis zu US-Medien, die über die Internet-Branche berichten, besonders wichtig. Das Unternehmen steckt weltweit im Grabenkampf mit dem Taxi-Gewerbe. Die Begeisterung von Start-up-Reportern aus dem Silicon Valley, die früh die Taxi-Alternative ausprobierten, trug zum Aufstieg von Uber bei.

Michaels Äußerungen bei einer Veranstaltung waren bekanntgeworden, weil dort ein Redakteur der US-Website „Buzzfeed“ anwesend war. Es war vorgesehen, dass von dem Treffen keine Zitate verbreitet werden sollten – dem „Buzzfeed“-Redakteur hatte dies niemand gesagt. So wurde veröffentlicht, dass Michael beim Essen darüber sprach, für eine Million Dollar Spezialisten für die Ausforschung von Gegnern anzuheuern. Diese könnten kritische Reporter und ihre Familien durchleuchten und unangenehme Fakten aus deren Privatleben zu Tage fördern. Auf Probleme für Uber angesprochen, sagte Michael demnach: „Niemand würde wissen, dass wir es waren.“