Energie

Brandenburg will bei Verkauf von Vattenfall-Sparte mitreden

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) fordert beim geplanten Verkauf der Vattenfall-Braunkohlesparte ein Mitspracherecht des Landes.

„Wir erwarten von der Unternehmensführung, dass wir eng, zeitnah und unmittelbar über wichtige Schritte im Verkaufsprozess informiert werden – und dabei die Möglichkeit haben, unsere Interessen in Bezug auf die weitere Entwicklung in der Lausitz einzubringen“, sagte er bei Gesprächen mit Vattenfall in Cottbus.

Ende Oktober hatte der schwedische Staatskonzern angekündigt, sich von den Braukohlegruben und Kohlekraftwerken in Brandenburg und Sachsen trennen zu wollen. Die neue schwedische rot-grüne Regierung setzt auf erneuerbare Energien und lehnt Braunkohleförderung und -verstromung ab. Vattenfall investiert seit 2010 bereits nur noch in erneuerbare Energien. Angesichts fallender Großhandelspreise wegen des großen Angebots an Strom aus erneuerbaren Quellen rechnen sich klassische Kohle- und Gaskraftwerke derzeit kaum noch.

Noch ist unklar, ob es einen Käufer geben wird. Der tschechische Energiekonzern EPH ist nach eigenen Angaben interessiert. EPH besitzt auch die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag in Sachsen-Anhalt. Gerber unterstrich die Haltung der beiden Ministerpräsidenten in Brandenburg und Sachsen mit dem Verweis auf Tausende Arbeitsplätze, die die Braunkohle in der Lausitz biete. „Diese Arbeitsplätze müssen langfristig sicher sein.“ Die Braunkohleverstromung werde auch in den kommenden Jahren von großer Bedeutung sein.

Der schwedische Konzern betreibt im zweitgrößten Braunkohlerevier Deutschlands derzeit fünf Gruben in Brandenburg und Sachsen sowie mehrere Kraftwerke. Dort arbeiten etwa 8000 der konzernweit rund 30.000 Beschäftigten.