Nachrichten

Wirtschaft II

Rocket Internet: Börsengang fällt im Nachhinein kleiner aus ++ Kinox.to: Staatsanwalt spricht von „organisierter Kriminalität“

Börsengang fällt im Nachhinein kleiner aus

Der Börsengang von Rocket Internet fällt im Nachhinein eine Nummer kleiner aus. Wegen des Kursrutschs in den Wochen nach dem Börsengang nimmt die Berliner Start-up-Holding statt 1,6 Milliarden nur 1,4 Milliarden Euro ein, wie Rocket Internet am Sonnabend mitteilte. Die Investmentbank Berenberg verwendete den größten Teil der Platzierungsreserve (Greenshoe) dazu, mit Aktienkäufen den Kurs zu stützen. Mit Erfolg: Am Freitag schloss Rocket Internet mit 42,50 Euro genau auf dem Preis, zu dem die Aktien Anfang Oktober ausgegeben worden waren. Zwischenzeitlich waren sie um bis zu 25 Prozent abgestürzt. Für die Mehrzuteilungsoption waren wegen der Stützungskäufe letztlich nur noch 87.000 von 3,7 Millionen Aktien übrig. Damit verliert Rocket Internet die Position als größter Börsengang in Deutschland seit Tognum im Jahr 2007. Mit 1,45 Milliarden Euro hatte Telefonica Deutschland (O2) vor zwei Jahren etwas mehr eingesammelt.

Staatsanwalt spricht von „organisierter Kriminalität“

Bei den derzeit flüchtigen Hintermännern der illegalen Filmportale Kinox.to und Movie4k.to handelt es sich laut Generalstaatsanwaltschaft um einen neuen Tätertypus. Die Deutsch-Kosovaren Kastriot, 25, und Kreshnik, 21, Selimi aus Pansdorf bei Lübeck sollen mit Raubkopien im Internet mehrere Millionen eingenommen haben. Sie sollen sich schrittweise ein Raubkopien-Imperium im Internet aufgebaut und hierzu systematisch Morddrohungen und Erpressung genutzt haben. Zudem gibt es Hinweise auf Kontakte zur russischen Cyber-Mafia. „Das ist die organisierte Kriminalität der Zukunft“, sagte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden der „Welt am Sonntag“. Anders als die Betreiber der Vorgängerseite Kino.to agierten Kastriot und Kreshnik Selimi wohl mit äußerster Brutalität und hoher krimineller Energie. „Dieser Tätertyp wird uns über Jahre begleiten.“ Kastriot und Kreshnik Selimi befinden sich derzeit auf der Flucht.