Arbeitskampf

Mehrtägiger Ausstand bei Amazon endet zunächst

Beim Versandhändler Amazon ist ein mehrtägiger Streik zu Ende gegangen.

Zum Abschluss legten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi noch einmal 200 Beschäftigte am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld die Arbeit nieder. Das sei ein Drittel der Schicht gewesen. In Leipzig waren der Gewerkschaft zufolge rund 150 Beschäftigte im Ausstand.

Der Streit zwischen Gewerkschaft und US-Versandhändler dauert jetzt bereits mehr als ein Jahr. Verdi will den Konzern zu Tarifverhandlungen nach den Bedingungen des Einzelhandels bewegen. Amazon sieht sich selbst aber als Logistikunternehmen und lehnt die Forderungen ab. Die Bedingungen des Logistiktarifvertrags sind schlechter als die des Einzelhandelstarifvertrags. Mittlerweile wird an bis zu fünf Amazon-Standorten gestreikt. Neben Bad Hersfeld und Leipzig auch in Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) und im bayerischen Graben.

Wann Verdi zum nächsten Streik aufruft, ist unklar. „Amazon muss damit rechnen, dass sie keine ruhige Minute mehr haben“, sagte Thomas Schneider von der Verdi in Leipzig. Zu jeder Zeit und an jedem Ort könnte die Arbeit niedergelegt werden. Die Gewerkschaft sieht erste Erfolge. „Es gibt mittlerweile an allen deutschen Standorten Betriebsräte“, sagte Verdi-Sprecherin Eva Völpel.

Zudem will die Gewerkschaft an den größeren Standorten einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat durchsetzen. Verdi lässt deshalb gerichtlich prüfen, ob die jeweiligen Amazon-Tochterfirmen in Graben, Koblenz, Leipzig und Rheinberg mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigen und entsprechend Aufsichtsräte bilden müssten, bei denen die Beschäftigten die Hälfte der Mitglieder stellen. Vorbild ist der Standort in Bad Hersfeld. Dort wurden Ende August zwei Verdi-Vertreter in den Aufsichtsrat gewählt.