Banken

Guter Rat in stürmischen Zeiten

Sparer stehen vor schwierigen Fragen. Der Vermögens-Check der Morgenpost bietet Hilfe

Nie war es für Sparer schwerer, ihr Geld gewinnbringend anzulegen, als in diesen Zeiten. Denn inzwischen gibt es auf Tagesgeldkonten fast keine Zinsen mehr. Noch schlimmer: Die erste Bank in Deutschland belegt Kundenguthaben sogar mit Strafzinsen. Bei der Skatbank werden Sparern von Guthaben über 500.000 Euro jährlich 0,25 Prozent abgezogen – praktisch eine Aufbewahrungsgebühr für das Geld. Die Zahl der Betroffenen mag hier noch begrenzt erscheinen. Doch es ist ein Signal, und es gilt in der Branche als sicher, dass bald weitere Institute folgen, auch größere und bekanntere.

Das Ersparte aufs Konto zu packen, ist damit endgültig keine gute Idee mehr. Und das gilt auch, wenn die Bank derzeit noch geringfügige Zinsen von 0,3 oder 0,5 Prozent zahlt. Denn diese gleichen die Inflation schon lange nicht mehr aus. Auch in diesem Fall verlieren Sparer also jedes Jahr Geld, es ist nur nicht so offensichtlich wie bei einem Strafzins, wie ihn die Skatbank erhebt. Doch was ist die Alternative? Aktien? Fonds? Unternehmensanleihen? Edelmetalle? Rohstoffe? Von allem etwas?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an – auf die persönliche Situation, auf die individuellen Ziele, auf die eigene Risikobereitschaft. Und um genau diese Faktoren zu prüfen und dann vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklung die richtige Antwort zu finden, startet die Berliner Morgenpost wieder den „Vermögens-Check“ in Zusammenarbeit mit der V-Bank. Dabei handelt es sich um eine Depotplattform für unabhängige Vermögensverwalter, also Experten, die keiner Bank angeschlossen sind. Leser der Berliner Morgenpost können dabei Kontakt zu einem der Anlageprofis aufnehmen und von diesem kostenlos ihre Anlagen prüfen lassen.

Wende bei der US-Notenbank

Und das ist dieser Tage nicht nur für jene von unschätzbarem Wert, die viel Geld auf dem Sparkonto liegen haben. Auch wer bereits an der Börse investiert ist, steht vor wichtigen Fragen. Denn während auf dieser Seite des Atlantiks die Zeit der Nullzinsen erst so richtig beginnt, leitet die US-Notenbank (Fed) derzeit gerade die Wende in die andere Richtung ein. Dies könnte noch für manche Überraschung an den Märkten sorgen.

Immerhin geht nun eine sechsjährige Phase zu Ende, in der die Fed die Märkte mit Geld flutete, indem sie Wertpapiere kaufte. Seit Dezember 2008 hat sie ihre Bilanz in drei Runden des Anleihenkaufs um rund 3,9 Billionen Dollar (3,33 Billionen Euro) ausgeweitet – das ist mehr als die Wirtschaftsleistung Deutschlands in einem Jahr. In der vergangenen Woche teilte sie nun mit, dass ab sofort Schluss damit ist.

Die vergangenen Jahre zeigten jedoch: Immer wenn die Fed eine Pause bei diesen Käufen einlegte, stagnierten prompt die Aktienmärkte oder die Kurse fielen sogar. Daher ist für die meisten Experten nun wichtig, wie die Notenbank weiter agiert. „Entscheidend ist, ob es der US-Notenbank gelingt, einen behutsamen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes in den nächsten Jahren zu betreiben“, sagt Sven Scherer, Vermögensverwalter bei der Honoris Treuhand in Berlin. Sprich: Ob die US-Notenbank schon in Kürze den nächsten logischen Schritt geht und die Zinsen erhöht oder ob dies noch einige Zeit auf sich warten lässt.

Das Ende der Geldflut in den USA hat aber noch einen zweiten Effekt: Denn nun werden andere Faktoren wie die konjunkturelle Entwicklung und die Unternehmensgewinne wieder wichtiger für die Börsenkurse. Hier jedoch sieht es nicht so rosig aus, wie die hohen Aktienstände vorgaukeln. „Die Unternehmensgewinne waren schon seit einiger Zeit etwas schwächer als erwartet“, sagt Frank Wieser, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter PMP in Düsseldorf, „aber es hat keinen interessiert.“ Zusammen mit schwächeren Wirtschaftsdaten sowie den politischen Krisen führe dies zu „einem unschönen Börsencocktail“.

Unsicherheit an den Märkten

Unsicherheit über die weitere Geldpolitik, Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung, Unsicherheit über die politischen Faktoren – das Ergebnis ist eine deutlich gestiegene Nervosität. „Wir können in den vergangenen Wochen ein eher kurzfristiges Handeln der Marktteilnehmer feststellen“, sagt Jan-Patrick Weuthen von der B&K Vermögen in Köln. Zunehmend sehe man Bewegungen heraus aus Aktien und hinein in Liquidität und bald darauf wieder umgekehrt. Deutlich wurde das beim kurzen Absturz der Börsenindizes Mitte Oktober. Damals fiel der deutsche Aktienindex Dax binnen weniger Tage um zehn Prozent. Doch anschließend erholte er sich schnell wieder.

Sicher scheint den meisten Vermögensverwaltern, dass derartige Schwankungen häufiger werden. Umso wichtiger ist vor diesem Hintergrund, dass das Depot richtig aufgestellt ist, um dem Sturm zu trotzen. Der Vermögens-Check ist dabei eine unterstützende Maßnahme.

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