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Fusion gelungen: Aktionäre feiern TUI-Chef Joussen

Der Weg in die TUI-Fusion gerät für Friedrich „Fritz“ Joussen zum Triumphzug: „Sie haben ihrem Namen alle Ehre gemacht – Friedrich der Große hat zugeschlagen“, lobte der Hamburger Aktionärsvertreter Bernd Günther am Dienstag den TUI-Chef.

Ein Glücksfall in höchster Potenz sei der Zusammenschluss: „Prima gemacht – und weiter so!“ Die Schaffung eines Weltmarktführers wollte Joussen nach gut anderthalb Jahren an der Spitze des hannoverschen MDax-Konzerns durch die Fusion mit der britischen Tochter TUI Travel eintüten.

Es sei „die entscheidendste Schlacht der Unternehmensgeschichte“, brachten es die Aktionäre auf den Punkt. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Hannover hörte Joussen von den Aktionären der TUI AG fast nur Nettigkeiten – aber auch ein paar kritische Nachfragen. Warum eine Übernahme statt eine Lösung nach europäischem Recht, wie beim Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus? Wieso wird die TUI-Aktie laut Gutachter mit 18,50 Euro bewertet, wenn der Kurs doch zurzeit bei 10 bis 11 Euro liege. Ob es spezielle Programme für Mitarbeiter geben werde – und ob sie Stellenstreichungen befürchten müssten?

Joussen und sein Führungsteam hatten alles getan, um die Attraktivität des Konzerns in bestem Licht erscheinen zu lassen. Immerhin geht es um sein Meisterstück: Joussen strebt nach seiner Rosskur für Europas größten Reisekonzern die Fusion mit der britischen Tochter TUI Travel an, um damit zum Weltmarktführer aufzusteigen. Bisher gehört die Tochter nur zu 54 Prozent der TUI AG – den Rest halten freie Aktionäre. Sie äußerten sich am Dienstagabend: 79,8 Prozent der Anteilseigner machten nach Unternehmensangaben in London den Weg frei für den Zusammenschluss per Aktientausch.

Von einem besonderen Tag sprach Joussen selbst – „auch für mich persönlich“. Durch die Fusionen kämen zwei starke Gesellschaften zusammen, die zusammengehörten. „Wir bleiben eine deutsche Aktiengesellschaft“, erklärte er mit Hinweis auf den künftigen gemeinsamen Firmensitz Hannover, „allerdings werden wir mit dem Zusammenschluss internationaler“.