Studie

Hacker machen mit Trojanern auf Smartphones Kasse

Kriminelle Hacker haben immer häufiger Smartphones im Visier, um Geld zu machen.

Zwischen August 2013 und Juli 2014 seien weltweit die Internethandys von 588.000 Nutzern angegriffen worden, damit seien sechs Mal so viele Verbraucher betroffen gewesen als noch im Vorjahreszeitraum, heißt es in einer Studie der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab und der internationalen Polizeibehörde Interpol. Etwa 60 Prozent der 3,4 Millionen gezählten Angriffe zielten auf den Geldbeutel der Handybesitzer. Am häufigsten seien Nutzer in Russland, aber auch Smartphones von Verbrauchern in Deutschland und Frankreich angegriffen worden.

Die Studie bezieht sich ausschließlich auf Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android, da dieses auf 85 Prozent der Internethandys weltweit läuft. Smartphones würden heutzutage immer häufiger genutzt, um Einkäufe oder andere Geschäfte online zu erledigen, erklären die Autoren der Studie. Deshalb sei es „leicht zu verstehen“, warum Kriminelle Schadprogramme für Android-Handys entwickelten. Laut Studie gingen mit gut 57 Prozent die meisten Angriffe von sogenannten SMS-Trojanern aus, die selbstständig und unbemerkt Nachrichten an kostenpflichtige Rufnummern versenden. In knapp zwei Prozent der Fälle steckte hinter einem Angriff demnach ein Bank-Trojaner. Über sie können Kriminelle Bankdaten erbeuten. „Falls es einem Bank-Trojaner gelingt, auch nur ein einziges mobiles Gerät tatsächlich zu infizieren, erhalten Cyberkriminelle möglicherweise Zugriff auf das komplette Vermögen des Besitzers“, warnte Kaspersky-Sicherheitsexperte Stefan Ortloff.

Für Hacker sind Bank-Trojaner lukrativer als SMS-Trojaner, da sie auf einen Schlag viel Geld versprechen und nicht über eine Masse von SMS Kasse gemacht wird. Die Bank-Trojaner würden von Kriminellen deshalb häufig modifiziert, damit sie von Sicherheitssoftware unerkannt blieben, heißt es in der Studie.