Entwicklung

Studie: 11.000 Bankfilialen stehen vor der Schließung

Prächtige Gewinne gehören in der Finanzbranche eher der Vergangenheit an. In Deutschland verdienen die Banken selbst kaum noch Geld.

Gerade einmal 1,6 Prozent betrug die Eigenkapitalrendite in den Jahren 2011 bis 2013 noch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Bain. Für 100 Euro, die Aktionäre oder andere Eigentümer des Instituts einsetzen, kommt pro Jahr also nur 1,60 Euro Gewinn heraus. „Die Banken in Deutschland haben auf frappierende Weise an Rentabilität verloren“, sagt Bain-Deutschlandchef Walter Sinn.

Zum schwachen Abschneiden der Banken trägt das extrem niedrige Zinsniveau der vergangenen Jahre bei. Auch strengere Kapitalregeln und der scharfe Wettbewerb setzen den Banken zu. Und weil das Geschäft zunehmend digital wird und sich neue Konkurrenten wie Paypal breitmachen, wird dieser Druck wohl kaum abnehmen. „Der Rückgang der Renditen ist zu einem erheblichen Teil unumkehrbar“, meint Berater Sinn.

Bain sieht die Branche in einem Strukturwandel, der mit dem Umbruch der Stahlbranche im vergangenen Jahrhundert vergleichbar sei. Nach Ansicht der Berater müssen die Institute in den kommenden zehn Jahren ihre Kosten um bis zu 30 Prozent senken. 11.000 der 31.000 Filialen im Land könnten zur Disposition stehen – und rund ein Fünftel der 630.000 Arbeitsplätze. Doch stupides Sparen allein dürfte kaum für eine Wende reichen. Die Banken müssten auch ihre Geschäftsmodelle infrage stellen: Sie müssen sich entscheiden, ob sie tatsächlich weiterhin die ganze bisherige Palette an Bankdiensten anbieten wollen oder aber sich auf einzelne Regionen oder Geschäftsfelder konzentrieren. Auch weitere Zusammenschlüsse von Banken erwartet Bain-Berater Sinn.