Justiz

Steuerhinterziehung: Selbstanzeigen auf Rekordhoch

Vor der Verschärfung der strafbefreienden Selbstanzeige setzt bei Steuerhinterziehern Torschlusspanik ein.

Im Jahr 2014 haben sich bislang 31.921 Steuersünder selbst angezeigt. Damit übertrifft die Zahl der Selbstanzeigen schon jetzt deutlich das Rekordergebnis aus 2013, als es im gesamten Jahr rund 24.000 Selbstanzeigen gab – was schon damals eine Verdreifachung war. Das geht aus einer Umfrage unter den 16 Länderfinanzministerien hervor.

„Wir haben einen neuen Rekord bei der Zahl der Selbstanzeigen“, sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU). Darüber konnten sich neben dem Freistaat auch 14 andere Länder freuen: Außer Hessen meldeten alle Bundesländer schon vor Ablauf des Jahres neue Rekordzahlen. Die meisten Steuersünder gingen in Baden-Württemberg in Sack und Asche: Dort zeigten sich bislang 7214 Steuersünder an, dahinter folgt NRW mit 6300 Anzeigen. Die wenigsten Selbstanzeigen gab es in Mecklenburg-Vorpommern mit 24.

Die Selbstanzeigen spülten dieses Jahr ordentlich Geld in die Kassen der Länderfinanzminister: Insgesamt haben 13 Länder rund 1,26 Milliarden Euro eingenommen. Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen weisen keine jährlichen Einnahmen aus. Die Reform tritt Anfang 2015 in Kraft. Danach soll die Selbstanzeige nur noch in deutlich engeren Grenzen strafbefreiend wirken. Die Grenze, bis zu der eine Steuerhinterziehung ohne Zahlung eines zusätzlichen Geldbetrags bei einer Selbstanzeige straffrei bleibt, wird von 50.000 auf 25.000 Euro abgesenkt. Zudem wird die Zahlung der Hinterziehungszinsen Voraussetzung für die strafbefreiende Selbstanzeige.