Unternehmen

Verschmelzung von O2 und E-Plus kostet 1600 Jobs

Telefónica Deutschland will fünf Milliarden Euro sparen

Der Zusammenschluss der Mobilfunkkonzerne Telefónica Deutschland (O2) und E-Plus hat für die Beschäftigten drastische Folgen. Am Freitag wurden sie darüber informiert, dass in den kommenden Jahren 1600 Stellen gestrichen werden sollen.

Den betroffenen Mitarbeitern sollen Abfindungen angeboten werden, teilte das Unternehmen in München mit. „Betriebsbedingte Kündigungen sollen soweit möglich vermieden werden.“ Mit dem Stellenabbau will der Konzern sein Sparziel von fünf Milliarden Euro in den nächsten Jahren erreichen. Der Vorstand habe die Pläne am Vortag dem Kontrollgremium von Telefónica in München vorgestellt. Mit den Betriebsräten werde in den nächsten Wochen das weitere Vorgehen abgestimmt.

Der Stellenabbau trifft sowohl Telefónica Deutschland mit Sitz in München als auch E-Plus in Düsseldorf. „Hier geht es insbesondere um die Streichung von Doppelfunktionen“, erklärte das Unternehmen. Einen weiteren großen Standort hat Telefónica in Hamburg, wo auch das Festnetzgeschäft angesiedelt ist. Alle drei Standorte sollen aber weiterhin erhalten bleiben. Insgesamt hat der Konzern 9100 Arbeitsplätze. Größter Standort des Unternehmens ist die Zentrale in München mit derzeit rund 2600 Mitarbeitern. In Düsseldorf, dem E-Plus-Standort, arbeiten rund 1000 Menschen, in Hamburg 700.

Grund für die Streichungen sei nicht nur die im Oktober abgeschlossene Fusion mit E-Plus, sondern auch der Umbruch in der Branche, berichtet ein Firmeninsider. Nutzer buchten etwa Mobilfunkabos verstärkt über das Internet, anstatt beim Kundenservice anzurufen, sagte die Person weiter.

Deutsche Nummer eins

Telefónica Deutschland, eine Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns, leidet wie auch die Konkurrenten unter dem Kampf um Kunden, der vor allem über den Preis geführt wird. Der operative Gewinn ging im zweiten Quartal um 15 Prozent zurück. Um auf dem Markt langfristig mitzuhalten, übernahm Telefónica für 8,6 Milliarden Euro den Branchendritten E-Plus von KPN. Durch den Schulterschluss sollen die Kosten vor allem durch die Verschmelzung der beiden Handy-Netze sinken.

Mit dem Zusammenschluss mit E-Plus war Telefónica Deutschland gemessen an den Kundenzahlen zum größten Mobilfunkkonzern Deutschlands aufgerückt. Zusammen kommen die beiden Anbieter auf 45 Millionen Kunden und ziehen damit am Führungsduo Deutsche Telekom und Vodafone vorbei.

Mit einem Volumen von mehr als acht Milliarden Euro, davon fünf Milliarden in bar, war die Übernahme eine der größten in der Mobilfunkbranche und hatte monatelang für Wirbel in der Branche gesorgt. Die EU-Kommission hatte nach einer gründlichen Prüfung Ende August grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben.