Schwächephase

Deutsche Industrieproduktion mit stärkstem Einbruch seit 2009

Schockierende Zahlen aus der Industrie haben Ängste vor einer Rezession in Deutschland geschürt.

Einige Experten sehen die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone bereits im wirtschaftlichen Sinkflug. Eine Entwicklung, die die Wirtschaftswelt im Zusammenhang mit Deutschland seit nunmehr fünf Jahren überhaupt nicht mehr auf dem Zettel hatte. Am Dienstagvormittag wurden neue Zahlen zur heimischen Industrieproduktion veröffentlicht. Sie waren katastrophal.

Demnach mussten die deutschen Firmen ihren Ausstoß im August so kräftig zurückfahren wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Industrie, Baubranche und Energie-Erzeuger drosselten die Produktion zusammen um vier Prozent zum Vormonat. „Die Industriekonjunktur durchläuft gegenwärtig eine Schwächephase“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Dies betreffe neben der Produktion auch die Aufträge und Umsätze. „Der aktuelle Rückgang ist allerdings durch Ferientageeffekte überzeichnet.“ Insgesamt sei für das gesamte dritte Quartal mit einer schwachen Produktion zu rechnen

Zuletzt gab es so schlechte Zahlen im Januar 2009, als die Finanzkrise mit voller Wucht auch die deutschen Fabriken erreichte. Nicht nur für die Berliner Politik, auch für viele Ökonomen war das eine faustdicke Überraschung. Im Durchschnitt hatten die Experten nur mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet. Selbst der größte Pessimist hatte bei der Industrieproduktion lediglich einen Einbruch um drei Prozent prognostiziert.

Angesichts derart schlechter Zahlen kam die Reaktion der Anleger an den Börsen wenig überraschend. Die Rezessionsängste sorgten am Dienstag für deutliche Kursverluste. Der Dax rutschte zum Handelsende um 1,34 Prozent auf 9086,21 Punkte ab. Dies ist der tiefste Schlussstand des Leitindexes seit acht Wochen.