Stadtplanung

Blick in die Zukunft der Städte

Veranstalter aus Hannover wechselt mit Spezialmesse nach Berlin

Am Ende hat dann die Ausstrahlung entschieden, das, was viele in Berlin sehen. Die Hauptstadt bekommt eine neue Messe: „Metropolitan Solutions: Die Stadt der Zukunft“ heißt sie und lief bisher als Teilmesse auf der Hannover Messe, der größten Industriemesse der Welt, die jedes Jahr in der niedersächsischen Landeshauptstadt ausgerichtet wird. Jetzt ist „Metropolitan Solutions“ eigenständig und zieht nach Berlin. Zum ersten Mal ist es im Mai 2015 soweit.

Chancen sehen die Macher für die Messe vor allem, weil es weltweit immer mehr Menschen in die Städte zieht, mit Folgen für Nahverkehr, Wasserversorgung, Wohnungsmarkt. Auf der Messe sollen Firmen ihre Lösungen für die Probleme der Urbanisierung zeigen. Themen sind Energieversorgung, Wasser- und Abwasser-Management, Mobilität, Stadtplanung sowie Stadtsteuerung.

Das Konzept: Zum einen gibt es die Messe, die die Deutsche Messe AG aus Hannover organisiert und für die sie den City Cube der Messe Berlin gemietet hat. Zum anderen sind da Kongresse, die die jeweiligen Veranstalter selbstständig koordinieren und extra auf den Zeitraum der Messe gelegt haben – die Asien-Pazifik-Wochen zum Beispiel hat der Senat extra auf die Messezeit verlegt. Vorgesehen sind auch Exkursionen für Messeteilnehmer zu innovativen Lösungen in Berlin, praktisch Zukunft zum Anfassen.

Jochen Köckler, Chef der Deutschen Messe AG, rechnet mit rund 100 Ausstellern und etwa 6000 Besuchern. Eine kleine Zahl angesichts der fast 139.000 Fachbesucher zur Verkehrstechnikmesse Innotrans in der vergangenen Woche. Allerdings spricht die Messe in Kombination mit den Kongressen eine spezialisierte Klientel an – Bürgermeister und Dezernatsleiter, Personen, die in einer Stadt auch etwas zu entscheiden haben. Perspektivisch sollen weitere Kongresse rund um die Messe angesiedelt werden, wie Köckler sagte, die Veranstaltung sich zur Leitmesse entwickeln.

Aber warum die Hauptstadt? Viele Kongresse zum Thema habe es bereits in Berlin gegeben, sagte Thomas Rilke, bei der Deutschen Messe AG zuständig für die Metropolitan Solutions. Und überhaupt kämen für die Thematik nur drei, vier Städte weltweit infrage. Die Deutsche Messe befragte dann die Aussteller. Und Rilke zufolge sprachen sich auch die internationalen Aussteller für die Messe in Berlin aus.

Welche Bedeutung Berlin der Messe gibt, zeigte sich daran, dass zwei Senatoren zur Präsentation kamen: Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) sagte, Berlin habe den Anspruch, die führende Rolle bei Zukunftsfragen zu übernehmen. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) nannte Berlin eine Blaupause für die Stadt der Zukunft. Das sehen die Messemacher in teilen auch so.