Zeitungskongress

Merkel warnt Zeitungsverleger vor Sparen an Qualität

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht gute Zukunftschancen für Zeitungen und Zeitschriften auch im Onlinebereich.

Voraussetzung sei jedoch, dass die Printmedien weiterhin in Qualitätsjournalismus und damit in ihre Kernkompetenz investierten, sagte Merkel am Montag vor rund 500 Teilnehmern beim Zeitungskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin. „Die Verleger sollten gerade nicht der wirtschaftlichen Versuchung erliegen, durch massive Einsparungen im redaktionellen Bereich die Substanz aufs Spiel zu setzen“, sagte Merkel. Sie sei überzeugt, dass es für ein hochwertiges Produkt auch im Internet die Bereitschaft zum Zahlen gebe. Die Forderung der Verleger nach einer Streichung des Mindestlohns für Zeitungszusteller lehnte Merkel ab. Mit der gestaffelten Einführung der 8,50 Euro bis zum Jahr 2017 habe die Koalition bereits Rücksicht auf die Verlagsinteressen genommen. Allerdings sicherte die Regierungschefin zu, sie werde sich bei der EU dafür einsetzen, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Printprodukte auch auf digitale Produkte zu übertragen. Zudem wolle sich die Koalition weiter für den Schutz des geistigen Eigentums und für Chancengleichheit auf den marktbeherrschenden Suchmaschinen einsetzen. BDZV-Präsident Helmut Heinen hatte dem Internetriesen Google vorgeworfen, eigene Dienste wettbewerbswidrig zu bevorzugen. Zudem appellierte Heinen an ARD und ZDF, sich bei ihrer „Expansion“ ins Internet an die vereinbarten Grenzen zu halten.