Fehlerkorrektur

Apple geht in die Offensive

Weiteres Software-Update. Nur neun Klagen über verbogenes Handy

Spott im Netz über verbogene iPhones und eine missglückte Einführung des neuen iPhone-Betriebssystems iOS 8.0.1 haben Apple zu einer Entschuldigung veranlasst. Apple bedaure die großen Unannehmlichkeiten für seine Kunden, erklärte der US-Technologiekonzern, der sich sonst gern in Stillschweigen hüllt, und stellte eine überarbeitete Version für das Betriebssystem – iOS 8.0.2 – bereit. Berichte über verbogene Smartphones versuchte der Konzern gleichzeitig geradezurücken.

Eine Verformung des iPhone sei bei normalem Gebrauch „extrem selten“, erklärte Apple. In den ersten sechs Tagen seit dem Verkaufsstart hätten sich nur neun Kunden wegen eines verbogenen iPhone 6 Plus gemeldet. „Unsere iPhones wurden so entworfen, entwickelt und hergestellt, dass sie gleichzeitig schön und robust sind.“ Dafür würden Edelstahl, Titan und das härteste Glas in der Smartphone-Industrie verbaut. Ein Nutzer hatte im Internet ein Bild seines leicht verbogenen Telefons veröffentlicht, nachdem er es 18 Stunden lang in der vorderen Hosentasche getragen hatte.

Die überarbeitete Version für das iPhone-Betriebssystem iOS 8 enthalte „Verbesserungen und Fehlerkorrekturen“, teile Apple mit. Zuvor hatten zahlreiche Nutzer der neuen Version in sozialen Netzwerken und Online-Foren über Probleme berichtet: Einige Besitzer des neuen iPhone 6 und iPhone 6 Plus konnten keine Verbindung zum Mobilfunknetz mehr herstellen, bei anderen funktionierte die Erkennung über den Fingerabdruck, die Touch ID, nicht.

US-Medien zufolge schätzte Apple die Zahl der von dem Problem betroffenen Kunden auf knapp 40.000 Besitzer. Der Konzern hatte das neue Betriebssystem iOS 8.0.1. am Mittwoch veröffentlicht und wenige Stunden später wegen der Beschwerden wieder zurückgezogen. Das Update war entwickelt worden, um Programme zur Fitnessüberwachung in das Apple-Betriebssystem zu integrieren. Ob mit iOS 8.0.2 nun alle Probleme behoben sind, war zunächst unklar. Der Kurs der Apple-Aktie stürzte wegen der schlechten Nachrichten um 3,8 Prozent auf 97,88 Dollar ab. Anleger sorgten sich über die Verkaufszahlen.

Die Konkurrenz von Apple rieb sich angesichts des im Netz kursierenden Spotts unter dem Stichwort „Bendgate“ die Hände: Der Konzern Samsung, der wegen des Erfolgs des iPhone 6 den Verkaufsstart seines Smartphones Galaxy Note 4 in China und Südkorea vorgezogen hat, zeigte ein iPhone, das sich vor einem – äußerst geraden – Samsung-Smartphone verbeugt, und riet: „Verbeugen Sie sich vor denen, die es wert sind.“

Die neue iPhone-Generation war am Freitag vergangener Woche in den Handel gekommen. In den ersten drei Tagen verkaufte Apple nach eigenen Angaben mehr als zehn Millionen Geräte in zehn Ländern. Seit diesem Freitag sind iPhone 6 und iPhone 6 Plus in mehr als 20 weiteren Ländern erhältlich.