Gedenken

Mutige Frau an der Seite des Krupp-Chefs: Else Beitz ist tot

Else Beitz, die Ehefrau des langjährigen Krupp-Stiftungschefs Berthold Beitz, ist im Alter von 94 Jahren in Essen gestorben.

Das bestätigte die Familie am Montag. Else Beitz starb am vorvergangenen Sonntag, am 14. September. Sie litt seit langem an einer schweren Demenzerkrankung. Else Beitz war weit über 70 Jahre mit Berthold Beitz verheiratet, der Ende Juli 2013 in seinem Ferienhaus auf Sylt gestorben war. An seiner Beerdigung und der späteren Trauerfeier konnte sie schon nicht mehr teilnehmen.

Else Beitz war eine mutige und kluge Frau an der Seite des Krupp-Großindustriellen. Zu Beginn der 1940er Jahre hat sie im von Nazi-Deutschland besetzten polnischen Boryslaw zusammen mit ihrem Mann unter Lebensgefahr jüdische Kinder im gemeinsamen Haus versteckt, wenn Razzien der Nazis anstanden. Sie setzte sich für die Verfolgten ein und half ihnen etwa mit Lebensmittelpaketen. Dass ihr Mann in den besetzten Ölgebieten mehreren hundert verfolgten Juden das Leben rettete, indem er sie aus den Todeszügen der SS zog und zu unabkömmlichen Raffineriearbeitern erklärte, wäre ohne Elses Unterstützung auch nicht denkbar gewesen. „Ohne deine Liebe hätte ich diese Zeit nicht überstehen können“, sagte Beitz später einmal zu seiner Frau bei einem Festakt. Nach dem Krieg bemühten sich beide aktiv um die Versöhnung mit Israel. 2008 erhielt sie für ihren Mut und ihre Entschlossenheit die Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.