E-Commerce

Internet-Modehändler Zalando wirbt weltweit um Investoren

Der Berliner Online-Modeversand Zalando denkt bei möglichen Zukäufen weniger an die Übernahme von Rivalen, sondern an Internet-Technik für den Betrieb der Seiten.

„Wir wollen uns langfristig die Option aufbauen, neue Technologien zu nutzen“, sagte Finanzvorstand Rubin Ritter am Donnerstag zum bevorstehenden Börsengang des Unternehmens. „Da sehen wir unsere große Chance.“ Beispielhaft für solche Technologien nannte Ritter Bilderkennungs-Software, mit der Zalando-Kunden schon jetzt Kleidungsstücke fotografieren und auf der Zalando-Seite ähnliche Teile finden können.

Zalando will mit dem Verkauf von 11,3 Prozent der Anteile am Unternehmen in den nächsten zwei Wochen bis zu 633 Millionen Euro bei Investoren einsammeln. Gelingt das, hat Zalando mehr als eine Milliarde Euro auf der hohen Kante. Die Erstnotiz an der Frankfurter Börse ist für den 1. Oktober geplant. Die den Börsengang betreuenden Banken rechnen mit einem großen Interesse der Investoren.

Das Unternehmen und Vertreter der betreuenden Banken besuchen im Zuge ihrer sogenannten Roadshow nun Investoren in Deutschland, danach geht es nach Großbritannien und dann in die USA. Von dem Gesamtvolumen der Aktienemission haben sich Ankerinvestoren bereits Aktien im Wert von knapp 127 Millionen Euro gesichert, unabhängig vom Preis. Privatanleger können ebenfalls zeichnen.

Große Übernahmen, die das junge Unternehmen umwälzen würden, plane Zalando nicht, sagte Ritter. Es gehe eher um die Nutzung von Gelegenheiten. Der Finanzchef wollte dabei auch den Kauf von Beteiligungen des Schwesterunternehmens Rocket Internet nicht ausschließen, das in diversen Weltregionen außerhalb Europas Modeversender gegründet hat. Zalando ist bisher in 15 europäischen Ländern mit 1500 Modemarken vertreten.