Nachrichten

Wirtschaft

Fernbusse: Harter Preiskampf fordert erstes Opfer ++ Energiewende: Größter Batteriepark in Betrieb genommen ++ Arbeitsmarkt: Mehr Führungskräfte aus dem Ausland ++ Google: Minister fordert Offenlegung des Algorithmus

Harter Preiskampf fordert erstes Opfer

Im heiß umkämpften deutschen Fernbus-Markt gibt das erste größere Unternehmen auf. Die Tochter der britischen National Express, city2city, zieht sich aus dem Markt zurück. Der letzte Bus werde am 13. Oktober fahren. Grund seien die anhaltenden Herausforderungen des Marktes, hieß es. Da city2city wie die meisten Anbieter mit freien Bus-Unternehmern zusammenarbeitete, halten sich die direkten Auswirkungen auf die Beschäftigten in Grenzen. Das Unternehmen selbst hat nur sieben Angestellte. Die Anbieter von Fernbusreisen liefern sich einen harten Preiskampf. Marktführer ist mit weitem Abstand derzeit Meinfernbus aus Berlin, gefolgt von der Daimler-Tochter Flixbus und der Bahn-eigenen Berlin Linien Bus.

Größter Batteriepark in Betrieb genommen

Der von dem Berliner Energie-Startup Younicos in Schwerin errichtete größte kommerzielle Batteriepark Europas ist am Dienstag in Betrieb genommen worden. Mit Hilfe von 25.000 Lithium-Ionen-Akkus sollen in kürzester Zeit Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen werden. Die zunehmende Einspeisung von Ökostrom aus Solar- und Windparks führt zu höherem Regelungsbedarf. Wie der Energieversorger Wemag als Investor und Betreiber mitteilte, können mit dem vollautomatischen Batteriespeicher kurzfristig Differenzen von bis zu 0,2 Hertz kompensiert werden. Der Bund förderte das 6 Millionen Euro teure Projekt in Schwerin mit 1,3 Millionen Euro.

Mehr Führungskräfte aus dem Ausland

Deutschlands Unternehmen setzen immer stärker auf ausländische Fachkräfte. In jedem sechsten Unternehmen (17 Prozent) sind Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland beschäftigt, nachdem der Anteil ein Jahr zuvor bei 13 Prozent gelegen hatte, wie eine Studie von Bitkom Research im Auftrag des Karriere-Netzwerks Linkedin ergab. Unter den Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern ist dies sogar bei mehr als der Hälfte (51 Prozent) der Fall. Jedes neunte Unternehmen (11 Prozent) plant derzeit, Fachkräfte im Ausland anzuwerben. Unter den Großunternehmen sind es zwei Drittel (64 Prozent). Gefragt sind vor allem IT-Fachkräfte und Controller.

Minister fordert Offenlegung des Algorithmus

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat den US-Internetriesen Google zur Offenlegung seines Suchalgorithmus aufgefordert. Dieser müsse „transparent“ gemacht werden, sagte Maas der „Financial Times“ vom Dienstag. „Am Ende geht es darum, wie transparent die Algorithmen sind, die Google benutzt, um seine Suchergebnisse zu sortieren. Wenn eine Suchmaschine einen solchen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung hat, dann ist dies eine Angelegenheit, mit der wir uns befassen müssen.“ Maas betonte, er sei weiterhin an einer Einigung mit dem Konzern interessiert. Als „letzter Ausweg“ sei aber auch eine Zerschlagung des Konzerns möglich.