Fernsehen

Kultserien im Stream

Netflix will den TV-Markt aufmischen. Zum Start ist das Angebot bescheiden

Der US-Film-Streaming-Anbieter Netflix hat seinen Dienst nun auch in Deutschland gestartet. Damit verschärft sich der Konkurrenzkampf für Anbieter wie die ProSiebenSat.1-Tochter Maxdome, Watchever und den Sky-Ableger Snap. Netflix ist in Deutschland für einen Preis ab knapp acht Euro verfügbar. „Wir sind stolz darauf, die Zukunft des Fernsehens nach Deutschland zu bringen“, sagte Reed Hastings, Mitbegründer und Chef von Netflix. Netflix ist bereits in mehr als 40 Ländern vertreten und zählt etwa 50 Millionen Nutzer. Nun kommen weitere europäische Länder wie Deutschland und Frankreich hinzu. In Deutschland kooperiert der Dienst mit der Telekom, die Netflix – wie auch Maxdome – auf ihrer Entertain-Plattform anbietet.

Für den Basispreis können Netflix-Nutzer in Deutschland Filme und TV-Serien im Standardformat über das Breitbandinternet betrachten. Wer HD-Filme auf höchstens zwei Bildschirmen gleichzeitig sehen will, zahlt einen Euro mehr pro Monat. Für knapp zwölf Euro sind sogar vier parallele HD-Streams möglich, in diesem Paket sogar in der Ultra-HD-Auflösung. Der Streaming-Dienst kann auf Fernsehern, Tablets, Smartphones, Spielkonsolen und Computern empfangen werden.

Netflix hat sich in den vergangenen Monaten in Deutschland um die Senderechte von Filmen bemüht. Eine so umfangreiche Bibliothek wie in den USA wird es hierzulande nicht geben. Die Zahl der Titel, die in Deutschland zur Verfügung stehen, hat das Unternehmen nicht genannt. Es gebe „Tausende von Stunden an Unterhaltung“, heißt es lediglich. Einige Titel sollen zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein, darunter die Serien „Fargo“, „From Dusk Till Dawn“ und „Penny Dreadful“. Entgegen anderslautenden Meldungen wird es auf Netflix auch die beiden ersten Staffeln von „House of Cards“ geben. Der Pay-TV-Sender Sky hatte nur die Erstausstrahlungsrechte dafür gekauft. So wird auch die dritte Staffel zuerst bei Sky zu sehen sein. Auch wenn die meisten Produktionen US-Titel sind, gibt es auch deutsche Serien, darunter „Stromberg“ und „Der Tatortreiniger“. Zugleich zeigt Netflix die Filme „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“. Ab Oktober soll der Film „Stromberg“ zu sehen sein. Im Vergleich zu Maxdome, wo bereits 50.000 Titel zum Abruf bereitstehen, dürfte das Angebot zum Start von Netflix eher bescheiden sein. Es soll jedoch nach Netflix-Angaben schnell ausgeweitet werden. In anderen Ländern sei die Zahl der Titel binnen Jahresfrist verdoppelt worden.

Die Konkurrenten des US-Streaming-Dienstes haben bereits im Vorfeld auf den Deutschlandstart reagiert. Sky hat den Preis seines Angebotes Snap deutlich reduziert. Maxdome hat seinen Dienst zur Internationalen Funkausstellung (IFA) aufgefrischt. Und auch Deutschlands führender TV-Kabelanbieter Kabel Deutschland (KDG), der von Vodafone gekauft worden ist, sieht sich mit seinem eigenen Video-on-Demand-Angebot gut gerüstet.